Vor Ort: SV Hegelsberg-Vellmar richtet Luftpistolen-Wettkämpfe der 1. Bundesliga Nord aus

Kirmes-Hits und Olympioniken

Skeptischer Blick: Lev Berner vom SV Hegelsberg-Vellmar (vorn rechts) schaut auf die Großbildleinwand neben dem Schießstand, um seine Zwischenergebnisse zu überprüfen. Vellmars Thomas Hocke (Zweiter von rechts) erzielte das beste Einzelergebnis der Hegelsberger Gastgeber. Fotos: Malmus

Vellmar. Was haben Musik-Hits wie „Yellow Submarine“ von den Beatles, ein Olympiateilnehmer und der Schützenverein Hegelsberg-Vellmar gemeinsam? All das kam zusammen, als am vergangenen Samstag der SV Hegelsberg zum Wettkampftag in der 1. Bundesliga Nord der Luftpistolenschützen einlud. Wir waren in der Großsporthalle dabei und haben zugeschaut. Kuhglocke Auf der Tribüne

Die Wettkämpfe der Sportschützen sollen für Zuschauer attraktiver gemacht werden, berichtet der Vorsitzende des SV Hegelsberg-Vellmar, Heinz Rauch. „50 Minuten auf Monitore zu schauen, macht keinen Spaß“, benennt er das Problem mit den Zuschauern beim Sportschießen. Das anwesende Publikum gibt alles: Viele haben Ratschen, Trommeln und Sirenen mitgebracht, sogar das Geläut einer Kuhglocke schallt durch die Großsporthalle. Zwischen Tribüne und Schießstand ist das Revier von Axel Schell aus Sandershausen. Er ist selbst begeisterter Schütze und moderiert die Veranstaltung. Dazu gehören basslastige Kirmes-Hits und die ständige Motivation des Publikums genauso wie Hintergrundinformationen zu den Wettkämpfen und Athleten. Animateur Schell ist sich sicher: „Die Schützen brauchen diese Unterstützung.“ Vereinsvorsitzender Rauch ist da etwas skeptischer, zumal alle Teilnehmer mit Gehörschutz antreten, doch will er dem Publikum auch etwas bieten.

Übermächtiger Gegner

Die fünf Vellmarer Schützen treten um 19 Uhr gegen den SV Kriftel an, die Südhessen gehören in der Liga zur absoluten Spitze. Lediglich Vellmars Thomas Hucke an zweiter Position kann seinen Einzelkampf spannend gestalten, doch auch er verliert, mit zwei Punkten weniger als sein Kontrahent. Die deutliche 0:5-Niederlage gegen Kriftel besorgt den Vellmarer Trainer Christian Hollstein nur bedingt: „Nach dem Aufstieg vor der Saison war klar, dass wir uns nicht mit dem Spitzentrio Kriftel, Broistedt und Braunschweig messen können.“ Auch Heinz Rauch ist zufrieden: „Wir waren das erste Mal Ausrichter in der 1. Bundesliga, das ist ein sehr gutes Gefühl.“

Zwei der zwölf Erstligaklubs steigen ab, die Hegelsberger liegen gesichert im unteren Mittelfeld. „Auch Kriftel hat vor neun Jahren mit Schwierigkeiten angefangen“, bemerkt Hollstein. „Wir müssen erst mal in der Liga ankommen“, ergänzt er.

Aus Kriftel zu Olympia

Einer der Gründe, warum die Krifteler Schützen so dominieren, ist Christian Reitz. Mit 388 Punkten erzielt er klar das beste Einzelergebnis in diesem Wettkampf, im Sommer noch holte er Einzel- und Teamgold bei den Europaspielen in Baku (Aserbaidschan). Reitz ist mehrfacher Europameister, Dauergast im Weltcup und Olympia-Dritter. Seine Spezialität sei die Schnellfeuerpistole, sagt er – die Luftpistolen-Bundesliga ist nur Nebenprogramm abseits der Saison. „Das langsamere Schießen verbessert allerdings meine Präzision“, erklärt Reitz die Vorteile der Luftpistole. Der Schnellfeuerschütze braucht an diesem Abend für seine 388 Punkte mit der Luftpistole nur die Hälfte der verfügbaren Zeit.

Von Gregory Dauber

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