Bogenschießen: 16-jähriger Bebraner ließ im Kreis schon einmal alle hinter sich

Marvin hat den Bogen raus

Marvin Diebel aus Bebra ist seit drei Jahren als Bogensportler aktiv: In dieser Zeit hat er mehrere Titel auf Kreis- und Gauebene errungen und vordere Platzierungen bei Landesmeisterschaften erreicht. Foto: Vöckel

Bebra. Hinter Marvin Diebel aus Bebra liegt ein erfolgreiches Sportjahr. Der 16-Jährige hat als Bogenschütze für Furore gesorgt. Im Sommer legte er in den Freiluftdisziplinen los. Einen Kreis- und einen Gaumeistertitel heimste er ein. Bei den hessischen Meisterschaften in Kassel ergatterte er einen Platz unter den besten Zehn.

Nahtlos setzte Marvin Diebel seinen Höhenflug in der Halle mit 500 Ringen und Rang eins bei den Kreismeisterschaften in Rotenburg fort. Diese 500 Ringe waren übrigens das beste Resultat der Starter aller Altersklassen, egal ob männlich oder weiblich, in der olympischen Disziplin Recurvebogen.

Qualinorm klar überboten

Bei den nachfolgenden Gaumeisterschaften in Gudensberg belegte der für den SV Tell Ronshausen startende Bebraner den Silberrang mit 482 Ringen. Das sind 52 Ringe mehr, als für die Qualifikation für die Landesmeisterschaften nötig waren. Die finden nun am 30. und 31. Januar mit Marvin Diebel in Kaufungen statt.

Den Weg zum Bogenschießen fand der Jakob-Grimm-Schüler vor drei Jahren. Der SV Tell Ronshausen war damals der einzige Verein in der näheren Umgebung, der den „weißen Sport“ der Schützen im Angebot hatte. Sandra Barschke war dort seine erste Trainerin. Sie brachte ihm den gar nicht so einfachen Umgang mit Pfeil und Bogen näher.

Training bei Routinier

Heute trainiert Marvin Diebel immer samstags bei dem erfahrenen Bogensportler Werner Volz in Altmorschen.

Während die Bahn ihn zu den Übungseinheiten bringt, chauffiert ihn sein Vater Jochen zu den Wettkämpfen. Der Papa war selbst einmal beim Bogensportclub in Bad Hersfeld aktiv. Er infizierte seinen Sohn mit dem Bazillus Bogensport - einem nicht ganz billigen Hobby.

„Eine brauchbare Ausrüstung mit Bogen und Pfeilen gibt es für 500 bis 1000 Euro“, klärt Marvin Diebel auf. Bei ihm als mittlerweile ambitionierten Bogenschützen liegen die Ansprüche schon deutlich höher. Da steigen die Kosten für einen Bogen schnell mal auf ein paar Tausender.

Die kann ein Jugendlicher nur aufbringen, wenn er sein Taschengeld spart und auf andere Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke verzichtet. Doch Bogenschießen ist nicht die einzige kostenintensive Freizeitbeschäftigung des Teenagers. Denn Marvin Diebel taucht auch gerne. Und fit hält er sich in einem Sportstudio. Außerdem spielt er Schlagzeug. Da braucht es schon Eltern, die bereit sind, mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Für seine Schwester Jessica sind das alles nur Hobbys, die viel Geld kosten. Doch neidlos muss sie anerkennen: „Was Marvin macht, macht er richtig. Egal ob in der Schule, beim Sport oder den Hobbys. Ihm fällt alles leicht zu.“

In diesem Jahr darf Marvin Diebel letztmals im Jugendbereich antreten. Sein Wunsch: Bei den Hessischen Meisterschaften Bogen im Freien möchte er das Finale der besten Acht erreichen.“

Von Herbert Vöckel

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