Vor Ort beim Luftspistolen-Team von Hegelsberg-Vellmar, das die Relegation zur ersten Liga erreicht hat

Schützen träumen vom Aufstieg

Hat lachen: Die Luftpistolen-Mannschaft des SV Hegelsberg-Vellmar mit (vorn von links) Kim Richter und Svenja Berge sowie (hinten von links) Benjamin Körner, Lev Berner, Stefan Ziehn, Thomas Hucke, Trainer Lothar Glebe, Betreuer Werner Landau und Christian Landau. Foto: Fischer

Vellmar. „Die Chancen, Zweiter zu werden, liegen bei 50:50“, meinte Trainer Lothar Glebe vor dem abschließenden Heimkampf in der 2. Luftpistolen-Bundesliga West. Groß schien die Zuversicht beim SV Hegelsberg-Vellmar nicht, die Teilnahme an der Relegation zur 1. Bundesliga noch sichern zu können. Doch weil sich die Mannschaft glänzend schlug und Schützenhilfe erhielt, schloss sie die Runde auf Rang zwei ab und darf weiter vom Aufstieg träumen (siehe Hintergrund). Der Rahmen

Fast schon kuschelig geht es zu im Reich des SV Hegelsberg-Vellmar unter der Großsporthalle. In der Vereinsgaststätte tummeln sich viele Leute. Keine drei Meter daneben, nicht abgetrennt, wird geschossen. Je fünf Schützen beider Teams versuchen, das zehn Meter entfernte Ziel zu treffen. Dort gibt es keine Papierscheiben mehr. Sie sind aus Kunststoff, die Wertung erfolgt akustisch über vier dahinter angebrachte Mikrofone. Die Ergebnisse werden auf einen Monitor im Klubhaus übertragen. Die Zuschauer kennen somit stets den aktuellen Stand. Die Konzentration

Sportschützen benötigen höchste Konzentration. Doch wie ist das hier möglich, wenn große Unruhe herrscht, Musik gespielt wird und bei manchen Wettkämpfen sogar Kuhglocken oder Trommeln zum Einsatz kommen? „Man blendet das aus. Je nach Tagesform gelingt das besser oder schlechter“, berichtet Svenja Berge aus der Hegelsberger Mannschaft. Und fügt hinzu: „Wenn sich direkt hinter mir Leute unterhalten, stört das viel mehr. Erst dann hört man automatisch hin.“ Der Trainer

Lothar Glebe kennt seine Schützlinge genau. „Ich sehe ihnen an, wie sie drauf sind und kann mit kleinen Gesten Hinweise geben. Ich coache mit den Augen, und alle wissen, was gemeint ist“, sagt er und ergänzt: „Im Wettkampf bin ich der ruhende Pol. Ich kann ja nicht rumrennen wie der Klopp beim Fußball.“ Auch bei der Aufstellung wirkt er behutsam. Von sieben Schützen können jeweils nur fünf schießen. „Wir besprechen uns gemeinsam und versuchen dabei, die Aufstellung zu finden. Entscheiden muss ich dann aber doch selbst“, sagt Glebe. So brachte er im ersten Kampf Svenja Berge und im zweiten Stefan Ziehn, obwohl beide signalisiert hatten, nicht schießen zu wollen. Gefühlssache eben. Die Entscheidung

Der erste Platz schien bereits zuvor an den Brühler SC vergeben. Dahinter stritten drei Mannschaften um Rang zwei. Spannend ging es bereits im ersten Kampf gegen die punktgleichen Sportschützen Raesfeld zu. Häufig wechselte die Führung. Dann brachten Berge und Thomas Hucke im letzten Durchgang mit je 95 Ringen ihre beste Leistung und sicherten den 3:2-Erfolg. Nun musste noch ein Sieg in der Nervenschlacht gegen Brühl her. Mal lag Hegelsberg-Vellmar 4:1 vorn, mal die Gegner. Erst mit den letzten Schüssen triumphierten die Gastgeber 3:2. Platz zwei eroberten sie auch deshalb, weil gleichzeitig in Wiesbaden die Sportschützen Hengsbach/Almer als bisheriger Zweiter gegen den SV Wiesbaden-Biebrich unterlagen.

Von Wolfgang Bauscher

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