Schützinnen Manuela Schmermund und Natascha Hiltrop hoffen aufs Finale bei Paralympics

Manuela Schmermund

Hersfeld-Rotenburg. Für Schmermund sind es bereits die fünften Spiele. Dreimal brachte sie Medaillen mit. Hiltrop ist zum zweiten Mal dabei.

In den vergangenen Tagen war es mehr Reisestress als Vorfreude: Sportschützin Manuela Schmermund (Mengshausen) bricht heute zu ihren fünften Paralympics nach Rio de Janeiro auf.

Dreimal kehrte Schmermund mit Medaillen dekoriert von den Spielen zurück - diesmal sieht sie sich nicht im Favoritenkreis. „Nach fast einem Jahr Verletzungspause bin ich da aus allen Listen gerutscht“, sagt sie. „Aber vielleicht ist das ja diesmal mein Vorteil. Ich hatte praktisch keine internationalen Wettkämpfe in den vergangenen zwei Jahren.“ Dennoch hofft die 44-Jährige auf eine Finalteilnahme. Am stabilsten seien ihre derzeitigen Leistungen in der Disziplin Kleinkaliber-Dreistellungskampf. Außerdem startet die Mengshäuserin noch mit dem Luft- und Kleinkalibergewehr.

Etwas skeptisch klingt sie angesichts der Tatsache, dass die Anlage der Sportschützen am weitesten außerhalb der brasilianischen Metropole liegt. Und dass die Spiele unter Sparzwang und Improvisation ächzen, beruhigt sie auch nicht gerade. „Ich hoffe, dass alles Organisatorische und die Fahrerei soweit klappen“, ist denn auch der eher bescheidene Wunsch der erfahrenen Sportlerin.

Noch nicht nervös

Auch Natascha Hiltrop hat gestern mit dem Flieger nach Rio abgehoben. „Nervös bin ich noch nicht, aber die Vorfreude ist groß“, sagt die Sportschützin aus Lengers vor ihren zweiten Olympischen Spiele. „Ich bin sehr gespannt, was uns in Brasilien erwartet, und hoffe, dass ich nach den Wettkämpfen auch Gelegenheit habe, etwas von der Stadt zu sehen. Schließlich kommt man dort nicht alle Tage hin!“

Medaillenchancen? Hiltrop wehrt ab: „Mit solchen Aussagen bin ich immer vorsichtig. Wir treten da gegen richtige Profisportler an, unsereiner absolviert das Training nach einem ganz normalen Arbeitstag.“

Eine Finalteilnahme wäre allerdings schön, lässt sich Hiltrop dann doch entlocken. Sie geht mit dem Luftgewehr stehend und liegend an den Start, außerdem ist sie mit dem Kleinkalibergewehr liegend und im Dreistellungskampf dabei.

Wärend die beiden Schützinnen gestern abend in Frankfurt von Bundespräsident Gauck verabschiedet wurden, fliegt Rollstuhlbasketballer Dirk Köhler erst heute nach Brasilien. „Ich bin noch nicht nervös“, gab der gebürtige Hersfelder zu, der bis gestern nachmittag noch nicht einmal gepackt hatte. Es sind seine vierten Olympischen Spiele.

Ziel: Halbfinale

Die deutschen Rollstuhlbasketballer treffen in der Vorrunde auf Gastgeber Brasilien, Iran, Algerien sowie die Medaillenkandidaten Großbritannien und USA. Sie müssen Vierter werden, um ins Viertelfinale einzuziehen. „Das Viertelfinale ist unser absolutes Minimalziel“, sagt Köhler, „aber wenn wir auf die Zusammensetzung der Mannschaft schauen, sagen wir ganz klar: Wir wollen unter die besten Vier."

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