Hegelsberg-Vellmar zurück in Bundesliga

So war Aufstieg fast ein Kinderspiel

+
Bundesliga, wir kommen: Die Luftpistolenschützen des SV Hegelsberg-Vellmar mit (vorn von links) Kim Richter, Lev Berner, Svenja Berge sowie (hinten von links) Trainer Christian Hollstein, Niklas Buhre, der zum Team gehörende, aber in dieser Saison nicht eingesetzte Nils Pilger, Stefan Ziehn und Thomas Hucke. 

Als es drauf ankam, waren sie voll da. Nie in dieser Zweitligasaison schossen die Luftpistolenschützen des SV Hegelsberg-Vellmar besser als am Wochenende in Hannover, und zwar ausgerechnet in der Aufstiegsrunde. Mit brillanten Wettkämpfen distanzierten sie die Konkurrenz und kehren zwei jahre nach dem Abstieg in die 1. Bundesliga zurück.

In beiden Durchgängen ließen die Nordhessen nicht den geringsten Zweifel am eigenen Sieg aufkommen. Am Ende lagen sie um fast 100 Punkte vor dem Zweiten, dem SV Groß- und Kleinkaliber Hannover – im Schießen eine Welt.

Mit 1880 Punkten aus dem ersten Wettkampf verbesserte die Mannschaft zudem ihre eigene Bestleistung ganz enorm. Von 200 Wertungsschüssen trafen nur zwei schlechter als in die Acht. Eine herausragende Serie glückte dabei Svenja Berge. Sie steigerte ihre persönliche Bestmarke um sechs Ringe auf 384 und schoss nur die Zehn oder Neun.

Trainer Christian Hollstein, der sich während der Ligasaison einmal selbst eingewechselt hatte, konnte sich diesmal beruhigt auf das Coaching konzentrieren. Neben Berge kamen Thomas Hucke, der mit 381 Ringen das zweitbeste Ergebnis erzielte, Niklas Buhre, Lev Berner und Stefan Ziehn zum Einsatz.

„Wir waren zuversichtlich, aber dass wir es schaffen würden, war nicht klar. Vieles ist ja von der Tagesform abhängig, und jeder hat mal einen guten oder schlechten Tag“, sagt Niklas Buhre.

Während die Nordhessen alle am Limit oder drüber schossen, leistete sich die Konkurrenz eben jenen schlechten Tag „Die Gegner waren überraschend schwach und nicht bundesliga-tauglich“, befand Christian Hollstein. Was die eigene Leistung freilich kein bisschen abwertet. „Bei uns waren alle hoch motiviert. Zudem hatten wir in einem gemeinsamen Training zuvor noch einmal an unserer Technik gefeilt“, sagt Hollstein.

Dabei war Hegelsberg-Vellmar erst auf den letzten Drücker noch in die Aufstiegsrunde gerutscht. „Auch deshalb, weil wir in der Serie einen Sieg verschenkt hatten. Aber unsere Leistungen waren auch da schon immer gut“, weiß Hollstein.

Mit ihrer Demonstration der eigenen Stärke in Hannover machten sich die Luftpistolenschützen vom Hegelsberg zugleich Mut für die bevorstehende sportliche Herausforderung. „Ja, das war wie eine kleine Kampfansage an die Klubs in der Bundesliga. Wir haben gezeigt, was wir können“, sagt Niklas Buhre. Und sein Trainer sieht es ähnlich: „Mit einer solchen Leistung könnten wir dort gut mitmischen. Aber man muss das natürlich auch erst mal wiederholen.“

Beruhigend, dass Hollstein ausreichend Zeit bleibt, um seine Mannschaft darauf vorzubereiten. Die Wettkämpfe beginnen im Oktober.

Besonders gefreut haben dürfte sich Buhre selbst über den Triumph seines Teams. Denn noch in der vorigen Woche war sein Fragebogen in unserer Zeitung erschienen. Antwort des 19-jährigen Immenhäusers auf die Frage, welche Schlagzeile er gern in der HNA lesen würde: „Pistolenschützen des SV Hegelsberg-Vellmar steigen in die 1. Bundesliga auf“. So schnell kann’s gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.