Hans-Joachim Wittchow ist der Herr der 300 Ringe

Ziegenhainer Schütze kommt regelmäßig mit einem Traumergebnis nach Hause

Duelle finden nur auf dem Schießstand statt: Das Ziegenhainer Schützenpaar Hans-Joachim und Erika Wittchow hat für den Fotografen in der heimischen Wohnung ausnahmsweise den Waffenkoffer geöffnet. Fotos: Kasiewicz

Ziegenhain. Manchmal reicht schon eine Tasse Kaffee aus. „Dann steigt der Pulsschlag, und am Ende merkt man das natürlich beim Ergebnis“, sagt Hans-Joachim Wittchow. Der 68-jährige Ziegenhainer weiß, wovon er spricht. „Man braucht die innere Ruhe, um auf dem Schießstand das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, sagt der amtierende Hessenmeister der Seniorenklasse.

In der Disziplin Luftgewehr Auflage macht dem früheren Kfz-Mechaniker landesweit keiner was vor. 300 Ringe hat Wittchow, der zusammen mit seiner Ehefrau Erika beim SV Ziegenhain aktiv ist, zuletzt erzielt. Mehr geht nicht.

Bei Wittchow kommt noch hinzu, dass es ihm in dieser Saison gleich fünfmal bei Wettkämpfen geglückt ist. „Ich bin ein Streber“, beschreibt er seine Einstellung zum Schießsport, mit dem er 1983 begonnen hat. Seitdem hat der frühere Pistolenschütze, der inzwischen auf das Gewehr umgestiegen ist, immer weiter an seiner Schusstechnik gefeilt hat. „Wenn er jetzt mit 299 Ringen nach Hause kommt, ist er deprimiert“, sagt Erika Wittchow.

Wie ihr Ehemann schießt die 68-Jährige inzwischen mehr mit dem Luftgewehr. Zusammen hat das seit 1970 verheiratete Ehepaar einen Sohn und zwei Töchter. Während der Sohn mit Hegelsberg-Vellmar in der Bundesliga schießt, sind die Ziegenhainer Eltern in der Kreisklasse aktiv.

Während bei Meisterschaften die Wertung getrennt erfolgt, sind im normalen Ligabetrieb auch Mixed-Mannschaften möglich. „Wir würden gern noch 20 Jahre schießen“, sagt Erika Wittchow, die gern weiter gemeinsam antreten möchte.

Wohl auch deshalb, weil die Hessische Vize-Meisterin mit der Luftpistole des Jahres 2015 erst vor Kurzem auf das Gewehr umgestiegen ist, dort aber bereits einen ordentlichen Ehrgeiz entwickelt hat: „Ich will auch die 300 Ringe schaffen.“

Derzeit auf zweiten Platz

Treffsicher mit dem Gewehr: Hans-Joachim Wittchow.

Dass das nicht so einfach ist, beweisen die regelmäßgen Wettkämpfe, die auch für die Wittchows am 6. Januar wieder beginnen. Der SV Ziegenhain rangiert aktuell auf dem zweiten Platz. „Da ist für uns noch Luft nach oben“, sagt Hans-Joachim Wittchow, der früher auch in der Gau- und Oberliga aktiv war.

Für den Ziegenhainer ist dabei der sportliche Aspekt nicht allein Ausschlag gebend für seine große Sympathie für den Schießsport. „Die Kameradschaft und das Miteinander zählen natürlich auch. Leistung und das Treffen der Zehn ist nicht alles“, sagt der 68-Jährige, der auch Inhaber der Fachübungsleiterlizenz ist und sich durchaus etwas mehr Nachwuchs für den Schießsport wünscht: „Leider bleiben viele Jugendliche nicht mehr dabei, wenn sie erstmal eine Freundin und den Führerschein haben.“

Die Wittchows jedenfalls werden ihrem Sport verbunden bleiben. Und das nicht nur wegen der Aussicht auf die 300 Ringe, wie Erika Wittchow noch einmal betont: „Jeder Wettkampf ist total anders, und Verletzungen gibt es bei uns auch keine.“

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