16-Jähriger aus Fulda ist schon zweimal Deutscher Meister

Schlag um Schlag geht es für Boxer Jan Spangenberger nach oben

Training am Boxsack in voller Montur: Regelmäßig trainiert Jan Spanberger am Boxsack verschiedene Schlagkombinationen. Das fördert Ausdauer und Kraft sowie die Koordination.
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Training am Boxsack in voller Montur: Regelmäßig trainiert Jan Spanberger am Boxsack verschiedene Schlagkombinationen. Das fördert Ausdauer und Kraft sowie die Koordination.

Zweimal Deutscher U-17-Meister, eine Titelverteidigung und die Teilnahme an der EM in Rumänien. So liest sich die bisherige Erfolgsliste von Boxer Jan Spanberger (16).

Hünfeld - „Mein Papa ist Trainer, somit gehörte Boxen schon immer zu meinem Leben. Schon als kleines Kind hat er mir Techniken gezeigt. Mit elf Jahren beschloss ich schließlich, mich einem Club anzuschließen, um an Wettkämpfen teilnehmen zu können“, sagt Jan Spanberger aus Fulda. Seitdem trainiert er dreimal pro Woche im Hünfelder Boxsportclub Osthessen, der ausschließlich Olympisches Boxen in seiner ursprünglichen Form anbietet.

Hinzu kommen zwei- bis dreimal Ertüchtigung zu Hause. „Mein Training gestaltet sich immer sehr vielfältig. Boxsport ist mehr als nur Ausdauer und Technik. Wenn ich mich auf einen Wettkampf vorbereite, beginne ich mit Kraftsport. Je näher dieser dann rückt, desto mehr geht es an die Technik“, erklärt Spanberger.

Marco Kasper, Gründer und Vorsitzender des Boxclubs Osthessen betont: „Beim Boxen werden der komplette Körper und der Geist trainiert. Dabei gilt es, Aspekte wie Konzentration, Selbstdisziplin und Wille sowie Reaktion und Selbstbewusstsein nicht außen vor zu lassen. Auf das Gesamtpaket kommt es letztendlich an.“

Nächstes Ziel des Boxers ist die Deutsche Meisterschaft 2021, die er diesmal in der U 19 bestreiten wird. „Im vergangenen Jahr bin ich leider schon im Achtelfinale ausgeschieden. Dennoch war es eine unglaubliche Erfahrung für mich, an solch einem großen Turnier teilzunehmen. Nun möchte ich es aber natürlich weiter schaffen“, setzt sich Spanberger klare Ziele.

Unterstützung erhält er dabei von seinem Vater und Trainer Anatolij Spanberger sowie Boxclub-Inhaber Kasper. Letzterer träumte bereits als Kind davon, irgendwann einen eigenen Club zu eröffnen.

„Der Sport hat mich schon immer fasziniert. Mein Vater hat geboxt und mir im Keller den ein oder anderen Kniff gezeigt“, sagt er. Auf der Suche nach einem geeigneten Trainingsort musste er feststellen, dass es in Hünfeld keine Möglichkeiten gab. „Damals fasste ich den Entschluss, diese Lücke in der Region zu schließen, sobald ich die Möglichkeit dazu habe.“

Gesagt, getan – im Dezember 2014 versammelte er Boxsportbegeisterte um sich und gründete den Club. Mittlerweile zählt dieser fünf Boxer im Wettkampfbetrieb, die von B-Lizenz-Trainer Anatolij Spanberger trainiert werden. Ebenfalls zum Trainerteam gehören zwei Übungsleiter, die für Anfänger und Einsteiger zuständig sind. Mittlerweile kann der Club auf einige Erfolge zurückblicken: Neben den Titeln von Spanberger stehen noch zwei Hessische Meister auf der Liste.

Bestimmte Voraussetzungen, um den Boxsport auszuüben, seien nicht nötig. Jeder, der nicht den Faustkampf nach klaren Regeln scheut und bereit ist, an seine körperlichen Grenzen zu gehen, kann damit anfangen. Viele nutzen den Sport lediglich als Fitnesskonzept.

Doch weder das eine noch das andere ist aktuell aufgrund des vorläufigen Corona-Lockdowns möglich: „Wir müssen den Trainingsbetrieb und die Teilnahme an Wettkämpfen vorübergehend einstellen“, so Kasper. „Boxen lebt vom Zweikampf, sowohl beim Training als auch bei den Wettbewerben. Da ist aktuell nichts möglich.“ Jan Spanberger nutzt derweil die Zeit, um sich im heimischen Sportraum fit zu halten. „Zwar fehlen die Geräte, die im Club verwendet werden, diese lassen sich aber alle ersetzen. Für mich ist es wichtig, das Beste aus der Situation herauszuholen und am Ball zu bleiben, um nicht in Trainingsrückstand zu geraten.“

Von Celine Lorei

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