TSV Battenberg mit pfiffiger Idee während der Coronazeit:

Battenberger Schwimm-Bären: Heimtraining-Contest als Ansporn

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Achtung, fertig, los: Derzeit ist das Battenberger Schwimmbad zwar noch gesperrt, aber die Schwimmbären hoffen, dass sie ihr 25. Mountbatten-Swim-Meeting Ende Oktober durchziehen können - unsere Aufnahme aus dem vergangenen Jahr zeigt den Start über 50 Meter Rücken.

Battenberg - Pfiffige Idee in der Schwimmabteilung des TSV Battenberg: Mit einem Heimtraining-Contest trotzen die Schwimm-Bären den Verboten während der Coronakrise. 

Die Schwimmbäder sind seit Wochen geschlossen und der gemeinsame Trainingsbetrieb eingestellt. Vom Sportverbot, das die Landesregierung vorerst bis einschließlich 3. Mai verfügt hat, sind zwar Athleten sämtlicher Sportarten betroffen. Doch leidet wohl keine andere Disziplin so sehr darunter wie das Schwimmen.

Leichtathleten können zur Not statt auf der Tartanbahn im Wald laufen, Ruderer statt im Boot auf dem Ergometer trainieren. Für Schwimmer aber gibt es kaum Ersatz für das Training im Wasser, dessen spezifische Eigenheiten sich nicht simulieren lassen. „Beim Schwimmen kommen fast alle Muskeln zum Einsatz, das kriege ich mit Joggen oder Radfahren einfach nicht hin“, sagt Kirstin Kerstein, die 1. Vorsitzende der Schwimmabteilung des TSV Battenberg, wo das gemeinsame Training bereits am 13. März eingestellt wurde.

Damit die „Schwimmbären“ aber trotzdem fit bleiben, hat sich das TSV-Team um Trainer Matthias Richard schnell etwas einfallen lassen: Bereits seit Ende März können auf der Internetseite des Vereins die Coronatrainingspläne abgerufen werden. Darin sind Fitnessübungen zu finden, die per Foto dargestellt und textlich beschrieben werden. Von der Ausgangsposition über die richtige Ausführung bis hin zu Tipps zum Training ist alles zu finden. Und es wird kein spezielles Trainingsmaterial benötigt, der eigene Körper reicht völlig aus. „Es ist viel Eigeninitiative der Sportler gefordert, die mit Athletiktraining, Joggen und Radfahren versuchen, die Zeit zu überbrücken und dabei körperlich in Form zu bleiben“, sagt Kerstein. Weil aber nicht überprüft werden konnte, was die Sportler wirklich trainieren und um einen Anreiz zu schaffen, wurde kurzerhand der Heimtraining-Contest eingeführt. „Die Schwimmer können ihre Trainingseinheiten auf der Internetseite eintragen und am Ende bekommen die drei Fleißigsten einen Preis“, so Kirstin Kerstein.

Und seitdem ist die Motivation groß: „Es nehmen viele unserer Sportler an unserer Challenge teil. Sie machen die geforderten Übungen und sogar noch zusätzliches Training. Keiner außer dem Trainer weiß, welche Punktzahl die einzelnen Sportler haben, das ist noch einmal zusätzlicher Ansporn und macht die ganze Sache ziemlich spannend.“ Und die Sportler sind kreativ: „Egal ob Tanzen, Trampolin- oder Seilspringen, alles fließt in die Wertung mit ein.“

Neu hinzugekommen ist die Zeit für die Hausaufgaben: „Auch das fließt jetzt mit ein, um die Schule nicht zu vernachlässigen, allerdings mit einem etwas geringeren Bewertungsfaktor“, so Kerstein, die in Reddighausen wohnt. Bisher nehmen ausschließlich Schwimmer der Leistungsgruppe eins und zwei an der Challenge teil. „Es wäre aber toll, wenn auch die Jüngeren mitmachen würden. Da könnten die Eltern vielleicht etwas helfen. Und sobald sich mehrere melden, führen wir einfach eine weitere Challenge mit neuen Preisen ein“, so Kerstein.

Wieso das Training nicht einfach in den Edersee verlegt wird? „Auch da dürfen wir uns ja nicht als Gruppe treffen. Außerdem ist das ein anderes Training als im Schwimmbad und auch noch ziemlich kalt, also nur im Neoprenanzug möglich.“

Wenn die Schwimmeinheiten in Battenberg ganz normal ablaufen können, kümmern sich insgesamt fünf Trainer um die einzelnen Leistungsgruppen. Die Jüngsten haben einmal wöchentlich Training, die Leistungsgruppe eins und zwei trifft sich dreimal unter der Woche. Montags ab 17.30 Uhr steht aber für alle Gruppen Training im Plan. „Da sind alle fünf Bahnen besetzt und locker über 50 Schwimmer im Wasser.“ Was beim Schwimmen anders ist als bei vielen anderen Sportarten, dass auch schon bei den Jüngsten nicht auf das Alter, sondern auf die Leistung geguckt wird. „Es kommen erst einmal alle in die Anfängergruppe, dann gucken wir auf jeden Einzelnen und verteilen anschließend in die passende Leistungsgruppe“, sagt Kirstin Kerstein und ergänzt: „Um die sechs Jahre ist das perfekte Einstiegsalter. Einen Schwimmkurs sollte man natürlich bereits gemacht haben“, sagt Kirstin Kerstein und ergänzt: „In unterschiedlichen Leistungsgruppen wird die Technik dann verfeinert und Kondition aufgebaut. Man kann bis in die Wettkampfgruppen aufsteigen, um an Schwimmwettkämpfen und Meisterschaften teilzunehmen.“

Wer das möchte, der sollte allerdings alle vier Lagen, also Schmetterling, Rücken, Brust und Freistil beherrschen. „Man kann sich aber auf einzelne Lagen spezialisieren“, sagt Kerstein. Doch wann sich die Schwimmer wieder der Konkurrenz stellen können, ist die Frage. Viele Wettkämpfe wurden bereits abgesagt. Die Battenberger selbst haben aber noch Hoffnung: Das 25. Mountbatten-Swim-Meeting und die DMS-Masters stehen am 24. und 25. Oktober an. „Daran halten wir noch fest. Die Vorbereitungen dafür laufen auch schon länger.“

Und es kommt eben auch darauf an, ab wann wieder im Bad trainiert werden darf. „Man kann dann nicht sofort an einem Wettkampf teilnehmen, aber wenn man sich gut fitgehalten hat, ist man schnell wieder drin. Die Technik im Wasser haben die meisten drauf.“

Was in Battenberg derzeit allerdings ganz auf der Strecke bleibt, sind Wassergymnastik und Aquajogging „Da haben wir keine Möglichkeiten, ergänzend etwas zu machen. Das geht nur im Wasser.“ Deswegen hofft Kirstin Kerstein auch darauf, dass das Bad bald wieder öffnen darf.

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