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Soccer-Collegemeister: Nöding der beste Spieler

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Feiern mit den Teamkollegen: Tim Nöding, Fünfter von links oben, inmitten seiner Teamkollegen des Collegeteams der Bethel-University nach der Qualifikation zur Endrunde.
Feiern mit den Teamkollegen: Tim Nöding, Fünfter von links oben, inmitten seiner Teamkollegen des Collegeteams der Bethel-University nach der Qualifikation zur Endrunde. © privat

Endlich wieder zu Hause: Tim Nöding ist über die Feiertage bei der Familie in Bad Hersfeld. Aus den USA, wo der 23-Jährige Business Management studiert, hat er einen sensationellen Erfolg mitgebracht. Mit dem Team der Bethel-University wurde er US-Soccer-Collegemeister.

16 Monate war Tim Nöding nicht zu Hause. Zu Hause – das ist die Familie in Bad Hersfeld: Vater Rainer, Mutter Bettina, die Geschwister Hanna und Jan. „Ein bisschen hat die lange Zeit an den Nerven gezehrt“, sagt der 23-jährige Hersfelder, den in den USA studiert. Vorvergangene Woche ist er in Frankfurt gelandet. Und ist gebührend empfangen worden.

Coronabedingt musste er das Weihnachtsfest 2021 in den USA verbringen. Zu der Zeit war er in Florida bei einer Gastfamilie. „Gerade zu Weihnachten zu Hause zu sein, das ist etwas anderes als zu telefonieren, Fotos zu schicken oder zu skypen. Die persönliche Nähe zählt. Das ist mir ganz wichtig.“ Oder mit Freunden zusammen zu sein. Gleich nach dem Gespräch mit der HZ hatte er sich mit Felix Drews, einem Freund aus Unterhauner Zeiten, zum Darten verabredet.

Tim studiert Business Management an der Bethel University, einer Privatschule in South Bend im Bundesstaat Indiana. South Bend liegt bei Mishawaka, rund eineinhalb Autostunden entfernt von Chicago und dem Lake Michigan.

Dort ist Tim nicht nur ein guter Student, sondern auch ein guter Fußballer, der im Collegeteam eine herausragende Rolle im offensiven Mittelfeld spielt. Für dieses Team musste sich Tim, der in der Jugend in Nachwuchsleistungszentren in Jena spielte, im Übrigen mit einem Video bewerben.

Und dem Soccer-Team gelang kürzlich der große Wurf. Die Mannschaft wurde National-Meister des NAIA-Verbandes, in der zig Schulen und Universitäten organisiert sind. Überdies wurde die Mannschaft Crossroads-League-Meister sowie Crossroads-Tournament-Meister. „Für die Schule war das ein Riesenerfolg. Die letzte Meisterschaft ist 25 Jahre her“, erzählt Tim, der mit seinem Team weite Strecken zu Auswärtsspielen in Kauf nehmen muss. Fahrten von sechs bis zehn Stunden sind in den USA keine Seltenheit.

Schon nach der Qualifikation für die Runde war die Freude groß. Das Team, das fast professionell mit Trainern und Physiotherapeuten betreut wird und in dem Spieler aus vielen Nationalitäten, wie Brasilien, Portugal, Deutschland, Serbien, Mexiko oder Nigeria vereint sind, zog souverän in die Endrunde ein.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 24 Siege bei nur einem Unentschieden und nur einer Niederlage. Im Finale schlug Bethel die Vertretung aus Mobile, Alabama, mit 3:1. Tim, der zusammen mit einem seiner besten Freunde an der Uni, Finn Popescu aus Osnabrück, Kapitän der Mannschaft ist, gab zwei Vorlagen. Insgesamt schoss er während der Runde vier Tore, gab zwölf Flanken und Pässe, die zu Treffern führten. „Wir haben als Mannschaft alles geholt, was es zu holen gibt“, sagt er nicht ohne Stolz. Das Niveau der Serie? „Ist vielleicht vergleichbar mit der Hessenliga“, antwortet er.

Mit Ehrungen wurde der Hersfelder nach dem Titelgewinn überhäuft. Er wurde zum besten Spieler der Saison des Verbandes gewählt. Gleichzeitig war er auch der wertvollste Akteur, der beste Offensivspieler und er erhielt auch einen Platz in der Mannschaft der Saison.

Tim gefällt das Studentenleben in den USA gut. Er pflegt den Kontakt zu seinen Studienkollegen und natürlich auch zu seinen Freunden hier zu Hause. Seine sportliche Reise aber, die in Hersfeld begann, über Baunatal und Jena nach South Bend in den USA führte, scheint noch nicht zu Ende.

Irgendwann einmal, sagt er, will er vielleicht selbst Trainer sein. Am liebsten an einem College.

Beste Mannschaft, bester Spieler der Saison: Tim Nöding mit der Meisterschaftstrophäe seines College-Verbandes.
Beste Mannschaft, bester Spieler der Saison: Tim Nöding mit der Meisterschaftstrophäe seines College-Verbandes. © privat

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