Fußball-Kolumne "An der Seitenlinie": Profis aus dem Bällebad

Seit Julian Nagelsmann das Sagen bei der TSG Hoffenheim hat, geht es aufwärts mit dem Fußball-Bundesligisten. Unter Nagelsmann als Trainer haben die Kraichgauer nicht nur die Abstiegsplätze verlassen, sondern auch ihre Lethargie abgelegt. Längst gilt Nagelsmann als Wundermann - und das mit 28.

Nagelsmann ist der jüngste Bundesligatrainer, den es je gab. Zu seinem Konzept gehört es, vor allem jungen Spielern zu vertrauen. Das liegt ohnehin im Trend: Borussia Dortmund setzte am Wochenende beim 3:0 gegen den Hamburger SV mit Christian Pulisic und Felix Passlack zwei 17-Jährige ein, Pulisic traf zum 1:0. Und Hannover 96 gewann am Freitag das erste Heimspiel, seit Christian Pulisic und Felix Passlack am Leben sind - mit dem jüngsten 96-Team seit 30 Jahren.

Je jünger, desto besser. Dieses Erfolgsrezept will sich nun auch die krisengeschüttelte Eintracht aus Frankfurt zu eigen machen, um wieder in die Spur zu kommen. Das Konzept sieht eine radikale Verjüngungskur vor. Die letzten vier Bundesligaspiele soll demzufolge die eigene F-Jugend bestreiten - unter Anleitung des Nordhessen Marc Stendera, der mit seinen 20 Jahren viel zu alt ist für den Bundesligakader, aber als Trainer gerade die richtige Reife besitzt.

Gleichzeitig ist angedacht, dass sich jetzt schon Scouts in die an Frankfurt angrenzenden schwedischen Möbelhäuser aufmachen, um in den Bällebädern Spieler für die kommende Saison zu sichten. Der Vorteil: Der Nachwuchs ist hochmotiviert, den Umgang mit Bällen gewohnt - und kostet nicht viel. Die Ablösesummen sollen den Preis eines Pax-Schrankes nicht überschreiten. Förderer des Konzepts ist Frankfurts Boss Heribert Bruchhagen. Es gibt nur ein Problem: Er ist schon 67 - und steht kurz vor der Ablösung, weil ein Jüngerer übernehmen soll.

Über den Autor

An der Seitenlinie ist eine Kolumne über den kleinen und großen Fußball, weil Fußball überall funktioniert. Florian Hagemann (40) ist Redakteur der HNA und macht das, was einem nicht ausreichend talentierten Fußballer bleibt, wenn er kein Schiedsrichter werden will: Er schreibt über Fußball. Immer montags erscheinen seine Beobachtungen an der Seitenlinie.

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