Regionalliga Südwest nimmt keine Aufsteiger auf

Fußball-Hessenligist SG Barockstadt plant Klage

Da geht’s in Richtung Regionalliga: So war eigentlich der Plan der SG Barockstadt. Trainer Sedat Gören zeigt es an.
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Da geht’s in Richtung Regionalliga: So war eigentlich der Plan der SG Barockstadt. Trainer Sedat Gören zeigt es an.

Die Bombe ist geplatzt: Die Regionalliga Südwest wird im Sommer keine Aufsteiger aufnehmen, damit muss die SG Barockstadt in der Fußball-Hessenliga bleiben und neu angreifen. Doch damit nimmt der Fall gerade erst an Fahrt auf, so einfach hinnehmen will die SGB diese Entscheidung der Regionalliga-Gesellschafterversammlung nämlich nicht.

Fulda - „Für mich ist das komplett lächerlich“, fehlen Volker Bagus aus dem Vorstandsteam der SG Barockstadt die Worte. Vor der Saison sei die Anzahl der Absteiger in der Regionalliga auf sechs festgelegt worden, jetzt wurden zwei daraus gemacht. Aufgefüllt von unten wird aber nicht, allen Oberliga-Vertretern wurde der Aufstieg verwehrt. „Da kann man aufhören, Fußball zu spielen. Die Regeln des Sports werden hier außer Kraft gesetzt. Wir sind mehr als enttäuscht, alle on fire“, findet Bagus deutliche Worte.

Für die SGB ist es sogar schon die zweite Saison, in der es prächtig lief. Jetzt stand das Team an der Tabellenspitze, es waren eben weniger als 50 Prozent der Saison gespielt, was als Voraussetzung für die sportliche Qualifikation als Aufsteiger in die Regionalliga Südwest 2021/22 galt. „Wenn wir spielen dürfen und steigen nicht auf, akzeptieren wir das ohne Frage. Wenn wir spielen und steigen ab, akzeptieren wir das. Das ist ein sportlicher Wettkampf. Aber wir dürfen nicht spielen und andere werden dafür belohnt und steigen nicht ab, was macht das noch für einen Sinn?“, fragt Bagus, der ankündigt, sich mit den südwestlichen Vertretern mit ähnlichem Schicksal wie Eintracht Trier oder Freiberg in Verbindung setzen zu wollen. „Dann werden wir versuchen, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen. So ein Urteil ist lächerlich“, so Bagus.

Die SG Barockstadt erhält bereits Zuspruch der anderen betroffenen Teams: Aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, die in zwei Staffeln spielte, haben sich die beiden Tabellenführer auch schon zu Wort gemeldet: „Wir haben die Entscheidung der Regionalliga Südwest GbR, keine Aufsteiger zuzulassen, mit Überraschung zur Kenntnis genommen, denn in den vergangenen Wochen wurde uns von offizieller Seite ein gegenteiliger Eindruck vermittelt. Wir werden die getroffenen Beschlüsse juristisch prüfen lassen und uns danach positionieren“, so Jochen Schneider, 1. Vorsitzender von Wormatia Worms. Der SV Eintracht Trier wiederum schreibt, dass der Verein „diese Entscheidung und Argumentation schnellstmöglich juristisch prüfen lassen wird und gegebenenfalls jede Möglichkeit ausschöpft, gegen den Beschluss vorzugehen“. Die Württemberger Topteams SGV Freiberg und Stuttgarter Kickers haben sich noch zurückgehalten, Stuttgarts sportlicher Leiter Lutz Siebrecht teilt in einer Vereinsinfo mit: „Wir haben diese Meldung heute Abend zur Kenntnis genommen und sind überrascht und enttäuscht. Über das weitere Vorgehen werden wir jetzt erst einmal intern sprechen.  rg

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