Baunataler Fußballer Dominik Schneider und Moritz Meuser über ihre schier endlose Zwangspause

Sie wollen doch nur wieder spielen

Entschlossen: Moritz Meuser will nach mehr als eineinhalbjähriger Pause endlich wieder spielen.
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Entschlossen: Moritz Meuser will nach mehr als eineinhalbjähriger Pause endlich wieder spielen.

Endlich wieder Fußball spielen zu können stand bei ihren Wünschen fürs neue Jahr ganz oben. Denn seit 20 Monaten bestritt Moritz Meuser keine Partie mehr, Dominik Schneider seit über einem Jahr kein Punktspiel.

Beide blieben zunächst wegen langwieriger Verletzungen außen vor, dann zwang die Pandemie sie zur sportlichen Untätigkeit. Beim KSV Baunatal, dem sich die gestandenen Hessenligakicker im Sommer anschlossen und der sie gut hätte brauchen können, waren sie bisher zum Zusehen verurteilt. Wir fragten nach.

Moritz Meuser

Moritz Meusers Leidenszeit begann am 17. Mai. Mit dem FSC Lohfelden gastierte er in Alzenau und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Ein Jahr lang war der 27-Jährige danach ohne Verein, arbeitete am Comeback und unterschrieb in diesem Sommer beim KSV Baunatal. Wenig später folgte der nächste Rückschlag. „Ich hatte mich rangekämpft, musste am 3. August aber zum dritten mal am Knie operiert werden“, berichtet Meuser. Danach ging es bergauf, „nicht steil, aber kontinuierlich“. Die lang vermisste Perspektive war wieder da. „Anfang Oktober habe ich im Mannschaftstraining das volle Programm mitgemacht. Hätte Corona nicht alles gestoppt, wäre ich bald ein Kandidat für den Kader gewesen“, sagt der Linksfuß. Die abermalige Zwangspause und die Ungewissheit darüber, wann es überhaupt wieder losgeht, kann er nur schwer ertragen: „Aber ich hatte so lange Geduld, da kann ich das jetzt auch noch aushalten.“ Bezweifelte er jemals, überhaupt wieder auf den Platz zu kommen? „Ein paar Tage vor der dritten OP kam mir der Gedanke. Danach nicht mehr.“ Auch die Lust auf Fußball schwand nicht. Im Gegenteil. „Meine Freundin verdreht oft die Augen, weil ich trotz der langen Pause so intensiv an der Rückkehr arbeite und dran denke“, sagt der Industriekaufmann. Einen Stimmungsaufheller hatte er immerhin, denn im September wurde er Vater einer Tochter. „Manchmal wundert es mich schon, dass mir nie der Geduldsfaden gerissen ist. Ich war auch nie am Boden zerstört. Man pusht sich halt so durch“, sagt er.

Dominik Schneider

Nicht ganz so lang wie Meusers Leidenszeit ist die von Dominik Schneider. Ihn hatte es nach dem Lohfeldener Rückzug zunächst zum KSV Hessen gezogen. Anfang Dezember kam er dort letztmals für die U 23 zum Einsatz und wechselte in der Winterpause zum SSV Sand. Dort bremste ihn die Pandemie mit dem Saisonabbruch aus, ohne dass er zum Einsatz gekommen wäre. Im vorigen Sommer zog es Schneider zum KSV Baunatal. Beim Pokalspiel gegen Anadoluspor durfte er im August endlich wieder ran. Aber die Freude schlug schnell in Frust um, denn der 25-Jährige erlitt dabei einen Riss des Innenmeniskus. „Da bin ich schon in ein Loch gefallen. Aber mit der Operation ging es aufwärts“, sagt er. Nach drei Monaten war Schneider wieder fit. „Auch dank der Arbeit mit meinem früheren Trainer Otmar Velte hätte ich spielen können. Aber dann ging ja sowieso nichts mehr.“ Immerhin: „Durch Corona hatte ich Zeit für Aufbautraining ohne Druck. Auch wenn ich lange als Einzelkämpfer unterwegs war und nicht mit der Mannschaft trainieren konnte.“

So oft es ging, war er daher selbst bei den Auswärtsspielen dabei. Wie im falschen Film fühlte er sich angesichts der immer länger werdenden Zwangspause gelegentlich. „Zumal eins zum anderen kam und es auch privat nicht gut lief. Da fehlte der Ausgleich durch den Sport umso mehr“, sagt der Lehramtsstudent. Immerhin konnte sich der Bad Wildunger zwischenzeitlich im Tennis betätigen, wo der frühere nordhessische Jugendmeister für den TV Odershausen antritt.

So brennt Schneider nun darauf, dass die Hessenligasaison irgendwann im Frühjahr fortgesetzt werden kann. „Absolute Vorfreude stellt sich aber wohl erst ein, wenn sicher ist, dass kontinuierlich gespielt werden kann“, betont er. Vielleicht klappt es ja dann endlich mit den Wünschen zum neuen Jahr. (Wolfgang Bauscher)

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