Weltcup-Skispringen in Willingen

Bundestrainer Werner Schuster über Leyhe: „Chance auch fürs Team“

Los geht‘s: Bundestrainer Werner Schuster gibt ab Freitag auch in Willingen die Marschrichtung vor. Foto: dpa

Kassel. Willingen freut sich auf den Auftritt des Lokalmatadoren Stephan Leyhe beim Weltcup-Skispringen. Der Bundestrainer setzt auf den Schwalefelder als sechsten Mann im Team.

„Wenn er außerordentliche Leistung bringt, dann hat er eine Chance, auch im Team zu springen“, sagt Werner Schuster im Interview.

Willingen sei etwas Besonderes, heißt es. Was macht für Sie persönlich Willingen aus?

Werner Schuster: Da gibt es eine besondere Schanze, die größte Großschanze im Weltcup. Dann haben wir eine perfekte Organisation, also Leute, die zu 110 Prozent hinter der Veranstaltung stehen und wirklich alles mit deutscher Gründlichkeit für den Athleten perfekt organisieren. Und natürlich ein extrem begeisterungsfähiges Publikum.

Blicken wir noch mal kurz auf die bisherige Saison. Wie fällt ihr Zwischenfazit aus? 

Schuster: Wie das im Leistungssport so ist, hat es auch bei uns Hochs und Tiefs gegeben. In Summe überwiegt das Positive. Wir haben bis vor einer Woche im Nationencup geführt und schon vier Weltcupspringen gewonnen. Wir haben mit Markus Eisenbichler einen jungen Springer nach vorne gebracht. Und wir haben Marinus Kraus etabliert. Insgesamt kann ich sagen: Es ist viel Gutes passiert.

Schön wäre ein Podestplatz in Willingen. Ist das realistisch? 

Schuster: Das ist heuer besonders schwierig, weil nicht nur drei, vier, fünf Weltklasseleute am Start sind, sondern es wirklich zehn Leute gibt, die jederzeit ein Springen gewinnen können. Umso kniffliger ist es, sich dort konstant vorn zu etablieren. Severin Freund springt ja gerne in Willingen und hat schon gute Erfolge dort gefeiert. Mit ihm an der Spitze des Teams haben wir ganz gute Chancen.

In Willingen finden zwei Einzel- sowie ein Teamspringen statt. Ist es vernünftig, drei Wettkämpfe durchzuziehen?

Schuster: Die Belastung ist sehr hoch, aber das ist kein Problem. Es wäre ja am Freitag so oder so Skispringen mit der Qualifikation. Aus dieser Sicht ist der Aufwand von der Anreise bis zur Abreise nicht höher geworden. Das ist vertretbar.

Neu ist das Springerlager in direkter Nähe bei den Zuschauern. Was sagen Sie dazu? 

weltcup-willingen.de

Schuster: Für den Sportler ist es definitiv angenehmer, wenn das Springerlager wie bisher oben ist, weil die Wege sehr weit sind bei dieser Schanze. Und der Lift ist auch nicht der schnellste. Ich hoffe, sie haben einen Shuttle-Verkehr eingerichtet. Gleichzeitig verstehe ich auch die Beteiligten von der FIS, eine gewisse Volksnähe herzustellen. Ich denke, man kann es probieren. Danach muss man schauen, was wirklich besser ist.

Wie oft wird Stephan Leyhe am Mühlenkopf springen? 

Schuster: Er gehört ganz normal zu unserem Sechser-Team. Bei den Einzelwettkämpfen hat er es selber in der Hand, wann ihn das Publikum sieht. Um sich für den Teamwettkampf zu empfehlen, müsste er einen sehr guten ersten Wettkampf machen. Denn erst danach wird die Mannschaft bestimmt. Im Moment ist Stephan Leyhe der sechste Mann. Aber wir haben nach Leistung aufgestellt: Bringt er außerordentliche Leistung, dann hat er eine Chance auch fürs Team.

Bitte sagen Sie uns zu Leyhe: Was für ein Typ Springer ist er? 

Schuster: Er ist ein sehr ruhiger Typ, ein sehr intelligenter Springer. Die jüngste Zeit hat er sich so nach vorne entwickelt, dass er eine Verstärkung für den Weltcup ist. Wir haben sehr geduldig an ihm festgehalten. Dieser Schritt war jetzt überfällig. Er hat als Springer eigentlich keine Schwächen, aber er muss seinen Sprung noch etwas aggressiver gestalten.

Von Hans Dreier

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