Starke Deutsche Skispringer in Klingenthal

Von 9 auf 21: Zehn Weltcup-Punkte ein schwacher Trost für Stephan Leyhe

Skispringer Stephan Leyhe in der Luft
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Gut geflogen ist Stephan Leyhe in Klingenthal in der Quali und auch im ersten Durchgang. Im zweiten verlor er zwölf Plätze.

Nach einem guten Auftakt am Freitag konnte sich Stephan Leyhe am Samstag beim Skisprung-Weltcup in Klingenthal eher über die Teamkollegen freuen als über die eigene Leistung.

Klingenthal - Podest verfehlt, aber die DSV-Adler überzeugten auf breiter Front. Karl Geiger (132+135 m) und Markus Eisenbichler (132,5+137 m) teilten sich hinter ÖSV-Vorspringer Stefan Kraft (267,0) bei seinem ersten Saisonsieg punktgleich mit 257,9 Zählern den vierten Platz im ersten der beiden Weltcup-Konkurrenzen des Wochenendes in Klingenthal.

Norwegens wieder erstarktem Cup-Verteidiger Halvor Egner Granerud (262,0) wurde Zweiter und auch Polens Altmeister Kamil Stoch (261,9) tankte als Dritter endlich Selbstvertrauern. Krafts Landsmann Manuel Fettner war in der Vogtland-Arena überraschend als Zweiter ins Finale gegangen, fiel aber auf Rang 16 zurück.

Stephen Leyhe: Chance auf die Top ten vergeben

Als starker Sechster meldete sich Olympiasieger Andreas Wellinger nach langer Durststrecke mit der Bestweite von 139 m im Finale in der Weltklasse zurück. Pius Paschke (11.) und Constantin Schmid (13.) blieben unter den Top 15. Die Chance dazu hatte auch Stephan Leyhe. Der Upländer belegte nach sehr guten 134 Metern in Durchgang eins den aussichtsreichen neunten Platz. Aber es folgten dann nur 126,5 m im Finale und der Absturz auf den 21. Platz. Zehn Weltcup-Punkte blieben für den Schwalefelder als eher schwacher Trost, aber wieder ein Fortschritt gegenüber dem verpassten Finale in Wisla.

„Er springt technisch so sauber, da ist eigentlich kein Fehler zu erkennen“, meinte ARD-Experte Sven Hannawald zu Leyhes finalem Sprung bei guten Bedingungen für alle 50 Qualifizierten. „Man kann nicht immer auf dem Podest landen. Morgen greifen wir es aber wieder an“, gab ein zufrieden gestimmter Bundestrainer Stefan Horngacher als Devise aus. Mit dem Stefan Kraft hat es nach Nischni Tagil, Ruka und Wisla wieder einen neuen Sieger gegeben. Im Olympiawinter hat noch kein Skispringer zwei Mal gewinnen können.

Michelle Göbel verpasst Wettkampf der Damen erneut knapp

Michelle Göbel war in der zweiten Qualifikation von Klingenthal nah dran, es erstmals in den Weltcup mit den 40 besten Skispringerinnen zu schaffen. Mit Startnummer 2 kam sie auf 101 m, landete auf Platz 46, einen Rang hinter der japanischen Weltklasse-Skispringerin Yuki Ito, die nur auf 96 m gekommen war. „Da fehlt wirklich nicht mehr viel, um mich zu qualifizieren“, bedauerte die 17-jährige Willingerin. „Wirklich schade, dass es heute nicht für den Wettkampf gereicht hat. Aber ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, ist sie sich mit den Trainern einig.

Die DSV-Coaches setzten die angehende Abiturientin in der nationalen Gruppe ein, nachdem man sie wegen der Corona-Gefahr vom Olympia-Test in Peking zurückgezogen hatte. Der nächste Einsatz steht schon fest. Am kommenden Wochenende steht der Continental Cup im norwegischen Notodden ins Haus und bei dem will das Skisprung-Talent des Ski-Clubs Willingen punkten. (be)

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