Was Zuschauer-Abstinenz für den Ski-Club bedeutet

Skispringen in Willingen ohne Publikum: Weltcup-Fans reagieren mit Verständnis und Spenden

Der zweite „Corona-Weltcup“ kommt. Die Zahl der Helfer will der Ski-Club Willingen reduzieren. Am Absprungturm werden allerdings zusätzliche Kräfte zum Einsatz kommen, weil das Tagesprogramm deutlich länger dauert.
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Der zweite „Corona-Weltcup“ kommt. Die Zahl der Helfer will der Ski-Club Willingen reduzieren. Am Absprungturm werden allerdings zusätzliche Kräfte zum Einsatz kommen, weil das Tagesprogramm deutlich länger dauert.

Schon wieder ein Weltcup ohne Zuschauer: Was bedeutet das für den Ski-Club? Wie fallen die Reaktionen der Zuschauer aus, die bereits Karten gekauft hatten?

Man kann sich ungefähr vorstellen, wie viel Enttäuschung sich beim Ski-Club Willingen und seinen „Free Willis“ breit gemacht hat, seit fest steht, dass auch der Skisprung-Weltcup 2022 ohne Zuschauer stattfinden wird. Und man kann sich vorstellen, wie viel Arbeit das Team der Geschäftsstelle um Christine Hensel damit hat, die Rückerstattung der Karten bzw. des Geldes abzuwickeln.

Mit Vorwürfen bombardiert wird der Ski-Club aber nicht, wie Jürgen Hensel berichtete. „Es läuft gesittet ab. die Fans haben Verständnis für die Lage“, sagt der SKi-Club-Präsident und OK-Chef des Willinger Weltcups vom 28. bis 30. Januar. Der Vorverkauf sei gar nicht schlecht gelaufen. Wie groß die Solidarität derer ist, der gern gekommen wären, zeigt sich daran, dass einige Karteninhaber wie schon im vergangenen Jahr auf die Rückzahlung des Geldes verzichten, berichtet Hensel. In Einzelfällen seien dies bis zu 250 Euro.

Als „Sabine“ in Willingen für Arbeit und Spenden sorgte

Schon 2020 war die Spendenbereitschaft groß, als am Tag nach Stephan Leyhes Heimsieg das zweite Springen witterungsbedingt ausfallen musste. Sturmtief „Sabine“ sorgte dafür, dass eine größere Summe gespendet wurde, weil viele auf die Erstattung des Ticketpreises verzichtet hatten.

Eine Lösung mit Gutscheinen für die Karteninhaber für den Besuch im kommenden Jahr gibt es übrigens beim Ski-Club Willingen nicht. „Für uns war von vorneherein klar, dass wir alles sauber und so schnell wie möglich abwickeln“, so Jürgen Hensel. Er bittet diesbezüglich um ein wenig Geduld. Übrigens: Wer zuerst Tickets gekauft hat, bekommt auch zuerst das Geld erstattet.

Er steht nun mit den Machern des Weltcups und den Hunderten Helfern vor der Aufgabe, wie im Vorjahr ein zuschauerlosen Wettkampf-Wochenende vorzubereiten und abzuwickeln. Was nicht heißt, dass man alles eins zu eins übernehmen kann; allein schon deshalb nicht, weil mit den Springen der Frauen zusätzliche Programmpunkte und eben auch weitere Mitwirkende zu integrieren sind ins Hygienekonzept.

Ski-Club plant mit möglichst wenig Helfern

Nicht zuletzt hat die erneute Corona-Welle samt Omikron-Variante zur Folge, dass seitens der Fis noch mehr Tests gefordert werden am Weltcup-Wochenende. „Deshalb versuchen wir, die Zahl der Free Willis zu reduzieren, da wo es Sinn macht“, sagt Hensel.

Erhöht wird aber laut SCW-Präsident die Zahl der Helfer direkt am Absprungturm, da die Einsatzzeiten diesmal durch Probe- und Wettkampfsprünge der Frauen länger werden. „Bei Wind, Schnee und Kälte muss es nicht sein, dass man den ganzen Tag da oben steht.“

Wie wichtig Tests und andere Vorkehrungen gegen die Pandemie sind, zeigt sich bei der Vierschanzentournee bereits vor dem ersten Sprung. Ein Betreuer aus Estland und zwei Medienvertreter wurden vor dem Auftakt in Oberstdorf positiv getestet, außerdem ein Mitglied des finnischen Trainerstabes. Die deutschen Skispringer hingegen vermeldeten allesamt: negativ.  (schä)

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