1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Am Sonntag nicht im Team: Stephan Leyhe sucht weiterhin seine Form

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gerhard Menkel

Kommentare

Stephan Leyhe winkt im Ski und Brille zaghaft
Verhaltene Reaktionen: Stephan Leyhe rätselt weiter, warum er gerade nicht die gewollten Meter macht. Das Foto entstand am vergangenen Donnerstag auf der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen. © Daniel Karmann/dpa

Der Kopf wollte, die Beine nicht: Bei der bisher schwächsten deutschen Gesamtleistung dieses Weltcup-Winters hat auch Stephan Leyhe keine Ausnahme gemacht.

Bischofshofen - Beim dritten Wettkampf in Bischofshofen innerhalb von vier Tagen belegte der Skispringer vom SC Willingen Platz 22.. Vom siegreichen Norweger Marius Lindvik trennten den 30-Jährigen nach Sprüngen von 126,0 und 129,5 Meter mit 248,8 Punkten satte 42,9 Zähler.

Im Teamspringen an diesem Sonntag (16 Ur) ist Leyhe nur Zuschauer: Bundestrainer Stefan Horngacher, für den Leyhe bisher ein „Kontinuitätsgarant“ war, verordnete ihm eine schöpferische Pause bis zum kommenden Weltcup in Zakopane. Neben den gesetzten Karl Geiger und Markus Eisenbichler springen Constantin Schmid und Andreas Wellinger.

Im Einzel an diesem Samstag waren nur Geiger als Rangachter mit zweimal 132 Meter (275,1 Punkte) und auch Wellinger, der sich mit einem starken Finalsprung auf 131,5 Meter nach 127,5 im ersten Durchgang mit 252,7 Punkten Platz 19 sicherte, vor Leyhe gelandet. Geiger, Neunter nach dem ersten Durchgang, holte zwar noch einen Platz auf, bilanzierte aber dennoch sein zweitschwächste Ergebnis der Saison.

Eisenbichler disqualifiziert

Wirklich bitter verlief der Tag für den zweiten deutschen Vorflieger: Markus Eisenbichler wurde wegen eines nicht regelkonformen Anzugs nach seinem zweiten Sprung sogar disqualifiziert, die Top Ten hatte er da aber schon aus den Augen verloren.

Leyhe nehme im Moment die „falsche Richtung“ stellte Reporter Tom Bartels in der ARD nach dem zweiten Sprung des Gesamtelften der am Donnerstag beendeten 70. Vierschanzentournee fest. Der gebürtige Schwalefelder selbst rätselte, warum das so ist. „Eigentlich mag ich die Schanze sehr. Ich tue mich ein bisschen schwer, das Richtige zu finden, was mir wirklich hilft, nicht ständig zwischen 125 und 129 Meter zu springen, sondern mal wieder in Richtung 135“, sagte er im Fernsehen.

„Meine Ski sind oftmals zu breit“

Leyhe kam bei der Analyse seiner eher mittelguten Sprünge auf seine Skistellung zurück - ein Thema, das ihn schon länger beschäftigt. „Ich merke nicht in der Luft genau, wo meine Ski sind. Sie sind oftmals zu breit, als dass ich die Unterstützung kriege, die ich eigentlich brauche.“

Von Müdigkeit, wie sie Co-Kommentator Sven Hannawald den Springern nach dem fünften Wertungsspringen seit dem 29. Dezember unterstellte, wollte Leyhe nichts wissen. „Ich rede mir ein, dass ich nicht platt bin“, sagte er. Es könne aber sein, dass ihm beim Absprung am Schanzentisch noch „ein paar Newtonmeter“, also Schnellkraft, fehlten. „Aufgrund der Verletzung bin ich sowieso im Rückstand“, spielte er auf seiner lange Auszeit nach dem Kreuzbandriss an. Als Ausrede wollte er die Feststellung aber nicht durchgehen lassen.

Im internen Wettbewerb um die Olympia-Nominierung, die der Deutsche Ski-Verband endgültig nach dem Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt (22./23. Januar) vornehmen will.  sollte Leyhe zumindest nicht an Boden verloren haben. Schmid als 23. und Pius Paschke auf Rang 28 waren hinter ihm. Severin Freund stürzte nach einem guten Sprung auf 128,0 Meter kurz nach der Landung und verpasste den zweiten Durchgang.

Lindvik holte mit 133 und 139 Metern den vierten Sieg seiner Karriere vor Landsmann Halvor Egner Granerud und Jan Hörl (Österreich). Der japanische Tourneesieger Ryoyu Kobayashi wurde Vierter, baute mit jetzt 891 Punkten aber seine Führung im Gesamtweltcup vor Geiger (817) aus. (be/mn)

Auch interessant

Kommentare