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Skisprung-Weltcup 2023: Vorläufiger Termin steht

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Von: Gerhard Menkel

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Sieben Leute im Aufsprunghang einer Schanze mit Ski
Den ganzen Tag auf den Beinen: Das Tretkommando im Hang um Carl Vogel (vorn Mitte), der von Jörn Kesper in die Führungsriege „befördert“ wurde. © Joachim Schrick

2023 wird Willingen zum 27. Mal im Weltcup-Kalender der FIS auftauchen – vorgesehen für das Skispringen ist das erste Februar-Wochenende (3. bis 5.). Der OK-Chef des Ski-Clubs, Jürgen Hensel, weist ausdrücklich darauf hin, dass der Termin noch vorläufig ist.

Willingen – . So oder so wünschen sich wirklich dann alle die Rückkehr der Zuschauer an die Schanze. Er hoffe, dass nächstes Jahr genügend Menschen geimpft seien und „der Weltcup normal läuft“, sagt Hensel.

Um finanziell auch beim zweiten „Geisterweltcup“ über die Runden zu kommen, hat der Verein über den Deutschen Ski-Verband wieder Coronahilfen bei Bund und Land beantragt. „Es ist untersagt worden, mit Zuschauern zu springen, entsprechend bekommen wir aus dem Topf für Großveranstaltungen Geld“, so Hensel. Mit den Hilfen komme man als Veranstalter „gut durch“. Ohne sie wäre der Weltcup nicht denkbar. Am Wochenende hat der Ski-Club allein 265 000 Euro an Preisgeld ausbezahlt. Die Kosten insgesamt schätzt der OK-Chef auf 1,5 bis 1,6 Millionen Euro.

Produktionschef des ZDF zieht den Hut

Beim Weltcup am Wochenende saßen zehn Millionen Zuschauer allein vor deutschen Fernsehern und sahen die Übertragungen im ZDF. Sie sahen Menschen mit Maske, sie sahen Windgrafiken und Fähnchen, die waagerecht in der Luft lagen, und sie sahen trotzdem so viele Sprünge am Mühlenkopf wie noch nie, sahen Sieger und Siegerinnen aus fünf Wettbewerben.

„Das war für uns eine mega Herausforderung“, sagt Hensel. Am Tag danach weiß der Präsident und OK-Chef des Großevents, das Weltklassesport bot: Sie haben sie bewältigt. Eine kleine Leistung war das nicht.

Mann mit Maske, Skisprungschanze im Hintergrund
OK-Chef Jürgen Hensel mit der beim Weltcup obligatorischen Maske. © pr

Vielleicht kommt an dieser Stelle am besten Jürgen Klose zu Wort. „Ihr habt es echt geschafft, allen Corona-Widrigkeiten zu trotzen. Und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, habt Ihr es geschafft, Skispringen stattfinden zu lassen, während über Deutschland ein Orkan hinweg fegt“, schrieb der Produktionsleiter des „Zweiten“ in einer Mail an den Ski-Club.

Hensel wird sie gern gelesen haben. Nicht allein wegen des Lobs. Die TV-Bilder stellen einen Wert dar, zumal sie diesmal nicht mit denen aus der Fußball-Bundesliga konkurrieren mussten. „Das war für uns und für den Ort top“, sagt er. Die Werbung für die Gemeinde, aber auch für das Land Hessen sei „unbezahlbar“.

Großer Zusatzaufwand durch Zwei-Geschlechter-Weltcup

Dafür haben sie sich mächtig ins Zeug gelegt. Den Testmarathon wegen Corona zu organisieren, war das eine, die Premiere für den ersten Zwei-Geschlechter-Weltcup am Mühlenkopf zu bewältigen das andere. Eigentlich gehören Frauen und Männer zusammen, sagt Hensel. Einer Neuauflage im nächsten Jahr redet er trotzdem nicht spontan das Wort.

Da war besagter Mehraufwand. An der Schanze waren wegen des Schutzes vor einer Infektion, der direkt vor Olympia über allem stand, nicht nur die beiden „Blasen“ strikt zu trennen, sondern auch die Sportler von Helfern und Medienschaffenden. Das sei in Willingen am besten gelungen, lobte der Internationale Ski-Verband FIS.

Zudem werden Frauen- und Männer-Weltcup von verschiedenen Agenturen vermarktet – hier Triceps (Agentur, für die Ex-Biathletin Petra Behle arbeitet und die auch Stephan Leyhe vertritt), dort Sportfive. Der große Aufwand, deren Anforderungen zu koordinieren. hat Hensel überrascht.

Das Programm? Analysieren, was machbar ist

Mehr ins Gewicht fallen Fragen des Programms. Die fünf Wettbewerbe auf die Beine zu stellen, war eine Sache für sich. Wenn es zusätzlich Verschiebungen gebe, werde es noch komplizierter, sagt Hensel. Er kündigt deshalb Gespräche mit Sandro Pertile und Chika Yoshida an, den beiden Renndirektoren der FIS. „Wir werden analysieren, was machbar ist und was nicht.“

Die Ergebnisse dieser Gespräche gehen auch die „Free Willis“ an. Mehr als 400 Helfer gestalteten am Wochenende den Ablauf. Sie hätten, immer mit Maske, „alles gegeben, dass der Weltcup perfekt läuft. Gerade am Samstag, als es so geschüttet hat – manche standen ja nur draußen.“ Einen „super Job“ bescheinigt Hensel zudem Borek Sedlak (Tschechien) und Miran Tepes (Slowenien), den Männern an der Schanzen-Ampel, die mehrmals rund 70 Aktive ins Tal lotsen mussten – das gelang, bis auf drei Stürze, unfallfrei.

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