Upländer pendelt in Klingenthal zwischen Platz fünf und 25

Nicht gut in der Spur: Stephan Leyhe macht mit Platz 19 das beste aus der Ski-Misere

Die Sache mit der Anlaufspur: Stephan Leyhe schaffte es gestern wie fast das gesamte deutsche Team aufgrund zu geringer Anfahrtsgeschwindigkeit nur knapp in den Finaldurchgang.
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Die Sache mit der Anlaufspur: Stephan Leyhe schaffte es gestern wie fast das gesamte deutsche Team aufgrund zu geringer Anfahrtsgeschwindigkeit nur knapp in den Finaldurchgang.

Weltcup ohne Zuschauer – womöglich hat man in der Vogtland-Arena die Flüche der deutschen Skispringer hören können, als sie im ersten Durchgang des zweiten Einzels den Anlauf hinunter „geschlichen“ sind.

Klingenthal – Vor allem aufgrund zu niedriger Anlaufgeschwindigkeiten bei Schnee und Graupel fanden die DSV-Springer zum Abschluss am Sonntag nicht in die Spur und mussten sich nach einem erfolgreichen Samstag hinten anstellen bei der Vergabe der Weltcuppunkte.

Auch Stephan Leyhes letzter Sprung bei der ersten deutschen Weltcupstation stand nur noch unter dem Motto „Schadensbegrenzung“. Und unterm Strich konnte der Upländer nur mit der Hälfte seiner Sprünge komplett zufrieden sein.

Dass er weiter auf bestem Weg zurück ist, bewies der 29-Jährige in der Qualifikation – Achter am Freitag, sogar Fünfter am Sonntag mit 136,5 Metern, der zweitbesten Weite. Dass er um die Vergabe der Olympia-Tickets mitreden wird, bewies er am Samstag mit sehr guten 134 Metern in Durchgang eins und dem aussichtsreichen neunten Platz.

Aber statt der zweiten Top-Ten-Platzierung der Saison folgten 126,5 Meter im Finale und der Absturz auf den 21. Platz. Am Absprung war Leyhe etwas zu spät dran. Zehn Weltcup-Punkte blieben für den Schwalefelder als Trost – immerhin wieder ein Fortschritt gegenüber dem verpassten Finale in Wisla am Wochenende zuvor.

Stephan Leyhe: „Ich weiß, woran es gelegen hat“

Am Sonntag lief es dann andersherum aus Leyhes Sicht. Zweitbester Deutscher – das hörte sich am Ende des ersten Durchgangs nicht schlecht an. Allerdings war der „Upland-Adler“ 25. und damit noch knapp vor seinen teamkollegen Andreas Wellinger, Karl Geiger und Pius Paschke platziert.

Was war passiert? Der Schnee hatte die Eis-Anlaufspur stumpfer gemacht, und bis auf die wenige Springer machte das den Aktiven zu schaffen. Vor allem bei den Deutschen, die die Quali noch mit den Plätzen drei bis sechs mit dominiert hatten, litt die Anlaufgeschwindigkeit erheblich, sie waren bis zu 1,8 km/h langsamer als die Besten. Leyhe war da mit 117 Metern noch halbwegs gut davon gekommen, während Markus Eisenbichler (115m) ausschied. Mit 132 Metern blieb der Upländer, der sich auf Platz 19 verbesserte, auch im Finale vor Wellinger (21.) Geiger (22.) und Paschke (29.) – da wurde aus einer Luke angefahren, die höher als der Damenstart waren.

„Ich weiß, woran es im ersten Durchgang gelegen hat“, sagte Leyhe wie immer selbstkritisch, aber ohne aus dem Nähkästchen zu plaudern, zu seinem Abschneiden bei „diesem Sauwetter“. Einen Vorwurf, etwa an die Skitechniker (Leyhe: „Ohnehin eine Wissenschaft für sich“) gab es von keinem der DSV-Adler. Ob man im Finale die Ski gewechselt habe oder nur am Belag gearbeitet hatte, wollten weder Geiger noch Wellinger verraten.

„Manchmal gibt es so Wettkämpfe, die nicht funktionieren. Nächstes Mal, müssen wir andere Ski nehmen oder vielleicht andere Schliffe.“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher am Ende am ARD-Mikrofon. Er kann dann die Norweger fragen, wie es gemacht haben, denn die platzierten sich auf den Rängen zwei bis sechs hinter dem verdienten Sieger: Ryoyu Kobayashi war in Quali, erstem und zweiten Durchgang der beste Springer.

Am Samstag hatte der Österreicher Stefan Kraft gewonnen. Geiger und Eisenbichler hatten hinter Halvor Egner Granerud (Norwegen) und Kamil Stoch (Polen) punktgleich den vierten Platz belegt. Wellinger meldete sich als Sechster in der Weltspitze zurück.  (schä/be)

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