5 Fragen: Philipp Sohns Taktik ging auf – 97. Platz

Sogar noch vor Kittel

Sichtlich erleichtert: Philipp Sohn als 97. mit 10:06 Sekunden hinter Sieger Greipel. Foto: sbs

Baunatal. Ein Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis hat sich wacker geschlagen bei den Deutschen Straßenmeisterschaften in Baunatal und Edermünde. Philipp Sohn nämlich, der im Homberger Ortsteil Wernswig groß geworden ist und mittlerweile als Gymnasiallehrer in Göttingen lebt.

Herr Sohn, wie stolz waren Sie im Ziel?

Philipp Sohn: Dass ich sogar noch vor Marcel Kittel (Platz 105, fünf Sekunden zurück, Anm. d. Red.) angekommen bin, macht mich natürlich sehr stolz. Er war hingegen mächtig verärgert.

Und wie zufrieden sind Sie mit dem 97. Platz?

Sohn: Da bin ich zwiegespalten. Für mich war die Chance, durchzukommen, 50 zu 50. Natürlich hatten wir gehofft, dass einer von Team mit Glück vielleicht 20. oder 30. wird. Ob man dann 60., 80. oder eben 97. ist, nimmt sich nicht viel.

Wann mussten Sie abreißen lassen?

Sohn: Gar nicht. Das Problem war, dass die Strecke an vielen Stellen sehr eng war. Und wenn man dann in einer Gruppe ist, kommt man kaum nach vorn. Vor mir haben zum Beispiel einige aus Stuttgart immer wieder abreißen lassen. Zwei, drei Mal sind wir zurück gekommen. Drei Runden vor Schluss waren die anderen davor leider zu schnell und wir konnten die Lücke nicht mehr schließen.

Was hat den Unterschied zwischen Profi und Amateur ausgemacht?

Sohn: Der größte Unterschied ist, dass Fahrer wie Degenkolb alle zwei Wochen solch lange Rennen fahren. Wir sind diese Saison noch nicht einmal 200 Kilometer gefahren, sondern sind bei unseren Rennen selten über 100, maximal vielleicht 140 unterwegs. Zwischendurch habe ich mich mit Jens Voigt unterhalten können. Er hat noch gewitzelt, dass man Rücksicht auf die Ü 40-Fahrer nehmen soll, ist aber selbst noch topfit.

Was nehmen Sie mit von den „Deutschen“?

Sohn: Wir haben gezeigt, dass wir auch gut fahren können und nicht nur Statisten waren. Es war ein Riesenerlebnis. Unsere Taktik ist aufgegangen. Wir sind lange klug mitten im Feld gefahren. Schade, dass die anderen im Team nicht zu Ende fahren konnten. Ich war überrascht, dass ich keine Krämpfe bekommen habe. Das lag wohl auch daran, dass es nicht so heiß war. (sbs)

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