Fahrer aus Wernswig platziert sich in der Elite so gut wie nie

Sohn beweist Klasse

Volle Pulle: Philipp Sohn, der in Wernswig aufgewachsen ist, hat in Edermünde als Siebter aufhorchen lassen. Foto: Kasiewicz

Edermünde. Die beiden Rekordsieger Dirk Müller (4 Erfolge) und Axel Hauschke (2) hat er hinter sich gelassen. Auch Profi André Schulze sah nur sein Hinterrad. Drei Gründe, wie sehr ein gebürtiger Schwalmstädter im Profirennen der 15. Edermünder Runde überzeugen konnte.

Philipp Sohn (Region Team SF) platzierte sich als Siebter so gut wie noch nie.

„Vom Gefühl her war das Tempo diesmal so hoch wie nie. Lockere Runden gab’s einfach nicht“, macht der 30-Jährige deutlich. Seit 2006 mischt der A-Fahrer mit dem Regio-Team in Edermünde bei den Profis mit. Wenn er ankam, landete er stets zwischen dem elften und 16. Platz. „Jetzt hatte ich mir fast schon zu viel vorgenommen“, analysiert er.

Denn Sohn versuchte mehrfach zu attackieren. In Runde 30 wagte er sich mit einer Fünfergruppe um Müller und Steffen Radochla nach vorn. Bis dahin war er im Feld immer mal wieder an der Führungsarbeit beteiligt. Übernahm also Verantwortung, weil Team-Kapitän Hauschke angeschlagen nicht ganz Vollgas geben konnte und mit Roman Kuntschik ein profilierterer Fahrer seiner Mannschaft ausgestiegen war.

Auch Sohn, der bis 2004 im Homberger Stadtteil Wernswig aufwuchs und sein Abitur an der Theodor-Heuss-Schule in der Kreisstadt baute, musste eine Schreckssekunde verdauen. Nach zwei Dritteln des Rennens riss die Speiche am Vorderrad. Also musste er den Reifen tauschen und eine Minute an Start und Ziel warten. Die fehlende Runde bekam er laut Regeln vergütet. Einen möglichen Vorteil sah er deswegen nicht, „weil ich aus dem Tritt gekommen bin und unnötig stehen musste.“

Doch der Allrounder bewies Klasse und machte sich mit Müller zwei Runden vor Schluss auf die Verfolgung von Michael Schweizer. Vergebens zwar, weil der Profi aus Aachen am Sonntag nicht zu stoppen war. Doch immerhin hatte er noch genug Körner, um sich so gut wie nie in Edermünde zu platzieren. Und auch, wenn sogar der eine oder andere Platz besser möglich war, konnte Philipp Sohn hochzufrieden sein, denn: „Eigentlich läuft die Saison für mich nur mittelmäßig.“

Eine Grippe im April hatte eine gute Frühjahrsform zu nichte gemacht. Ein dritter Platz in Göttingen, wo er seit 2004 lebt und mittlerweile als Lehrer für Englisch und Politikwissenschaft in Duderstadt arbeitet, war anschließend das beste Resultat. Seit gestern macht er nun Urlaub an der amerikanischen Ostküste. Anschließend will er in der zweiten Saisonhälfte voll angreifern. Mit dem Selbstvertrauen, das er sich in Edermünde geholt hat.

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