Nur Sohn kommt durch

Heimische Amateure halten sich lange wacker – Keine Probleme mit dem Material 

Bernardi

Baunatal. Sechs, vier, drei, zwei, eins - immerhin: Philipp Sohn hat sich durchgebissen. Dem 31-Jährigen gelang es als einzigem der mit einer Wildcard startberechtigten sechs Amateure des Melsunger Teams Regio SF bei den Deutschen Straßenmeisterschaften in Baunatal und Edermünde ins Ziel zu kommen. Nach 4:59,57 Stunden belegte er den 97. Platz mit einem Durchschnittstempo von über 40 km/h. Das Rennen aus Sicht der heimischen Fahrer.

Schnell am Anfang

„Die ersten anderthalb Runden waren richtig schnell“, erklärt Falk S. Hepprich. Sieben der insgesamt 204 Starter mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Nicht jedoch Hepprich, Sohn, Kapitän Axel Hauschke und Stefan Arndt. Gut für das Quartett, dass im Feld aber ebenso schnell taktiert wurde, so dass die vier Melsungen lange mithalten konnten. Auch das Wetter spielte ihnen in die Karten. „Wir hatten Schlimmeres befürchtet“, sagte Teammanager Dieter Vaupel. Wobei es Hauschke fast zu kalt schien: „13 Grad sind eben nur 13 Grad.“

Krampf bei Hepprich

Erst nach sechs der zwölf Runden gingen die Muskelspiele im Feld los. Mit dem Ziel, eine sechsköpfige Ausreißergruppe zu stellen. „Hoffentlich können die Jungs die Tempoverschärfungen mitgehen“, hoffte Vaupel. Als Ersten erwischte es Falk S. Hepprich. „Ich habe Krämpfe bekommen. Meine Leistung war aber absolut im Rahmen“, erklärte der Sprinter, der nach knapp 90 Kilometern und 2:10 Stunden aussteigen musste. Per Streckenfunk war zunächst ein technischer Defekt durchgegeben worden. Doch während sogar bei etlichen Profis das Material streikte, war keine helfende Hand des Sportlichen Leiters Mario Bernardi notwendig.

Bernardis starke Prognosen

Als früherer Fahrer und sogar Trainingskollege von Hauschke wusste Bernardi aber das Leistungsvermögen des Teams bestens einzuschätzen. Hepprich hatte er als „Mann für zwei Stunden-Rennen“ ausgemacht. Befürchtet, dass Stefan Arndt nicht ins Ziel kommen würde. Am steilen Anstieg am Hahn in Edermünde in der achten Runde war auch das Gewissheit. Zwei Fahrer nach drei Vierteln des Rennens im Hauptfeld werteten Vaupel und Bernardi kurz darauf aber als Etappensieg. Verbunden mit der Hoffnung, Hauschke und Sohn würden durchkommen und sich vielleicht sogar unter den Top 50 platzieren können.

Sohn als Mohikaner

Ein trügerisches Gefühl, weil Hauschke Ende der neunten Zieldurchfahrt abwinken musste: „Meine Beine haben sich nicht mehr gedreht. Das Rennen ist so gelaufen, wie wir es uns gedacht haben“, sagte der Routinier. Und wirkte nicht unzufrieden. Auch, weil Philipp Sohn als letzter Mohikaner die Ehre des Regio Teams SF rettete. Fotos: sbs

Von Sebastian Schmidt

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