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Fußball-Kreisoberligist SG Neuenstein will „die Bälle erst mal flach halten“

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Erfolgshungrig: André Deneke (links) und Spielertrainer Christian Pfeiffer von der SG Neuenstein. alle
Erfolgshungrig: André Deneke (links) und Spielertrainer Christian Pfeiffer von der SG Neuenstein. alle © Friedhelm Eyert

Die Fußballer der SG Neuenstein werden in der Kreisoberliga Nord als Titelkandidat Nummer eins gehandelt. Wir haben vor dem Auftaktspiel am Sonntag (15 Uhr) bei der SG Niederjossa/Breitenbach mit Spielertrainer Christian Pfeiffer gesprochen.

Herr Pfeiffer, was halten Sie eigentlich vom alten Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“?

Wie meinen Sie das? Dazu habe ich spontan jetzt erst einmal gar keine Assoziation.

Naja, Sie gehen mit der SG Neuenstein in die dritte Kreisoberliga-Saison. Nach den Plätzen vier und drei darf es diesmal etwas mehr sein, oder?

Ach so. Ganz klar: Natürlich wollen wir wieder oben mitspielen. Platz zwei wird ja auch wieder interessant sein, weil es eine Relegation zur Gruppenliga geben wird. Wir wissen um unsere Stärke, aber wir wissen auch, dass in einer langen Saison viel passieren kann. Wir wollen es nicht zu euphorisch angehen und stattdessen immer alles geben und demütig bleiben.

Glaubt man der Konkurrenz, dann gibt es nur einen Titelkandidaten: die SG Neuenstein.

Ja, man hört es überall. Aber wir tun gut daran, wenn wir die Bälle erst einmal flach halten und uns nicht mit unbedachten Äußerungen ein Eigentor schießen wie manch anderer Verein.

Wen sehen Sie denn neben der SGN in der Spitzengruppe mitmischen?

Dittlofrod mit meinem Schwager Thorsten Heiderich schätze ich sehr stark ein. Auch Niederaula wird besser sein als in der letzten Saison. Und Vizemeister Bebra muss man auch wieder auf dem Schirm haben, denke ich.

Mit Dennis Galbas, Lukas Hebeler, Dominik Oelschläger und Moritz Würl haben sie sich noch einmal gut verstärkt ...

Ja, das ist richtig. Die Vier heben unsere Qualität an. Was mich besonders freut, ist unsere Kontinuität: Seit ich da bin, hatte uns nur Dominik Oelschläger verlassen. Und der kehrt jetzt wieder aus Mecklar zurück.

Kritiker bemerken (nicht ganz zu Unrecht), dass die SGN mit ihren Neuverpflichtungen immer mehr vom angedachten Neuensteiner Modell abweicht.

Das sehe ich differenzierter. Viele unserer ehemaligen Jugendspieler sind zuletzt mit der zweiten Mannschaft in die A-Liga aufgestiegen. Die besten Fußballer aus dem Einzugsgebiet Neuenstein spielen mittlerweile schon bei uns. Um die Qualität hochzuhalten, müssen wir uns deshalb nach externen Verstärkungen umsehen. Aber unsere Neuen haben auch diesmal alle zumindest im privaten Bereich eine Beziehung zu Neuenstein.

Der Teamgeist gilt neben fußballerischer Qualität als großes Plus in Neuenstein. Je erfolgreicher man ist, desto schwieriger wird es zumeist ...

Das ist richtig, Und deshalb achten wir darauf ganz genau. Wir trainieren auch weiterhin mit unserer Reserve. Ohne zweite Mannschaft stirbt ein Verein nach und nach. Mir ist das Wir-Gefühl wichtig. Wenn wir Ausrüstung bestellen, dann immer für 50 Leute. Mir ist es wichtig, dass wir uns auch nach Außen als Einheit präsentieren. Und für die Jungs zählen zum Wohlfühl-Klima auch eine gute Ausrüstung, Bälle, ein Physiotherapeut und ein Essen nach dem Abschlusstraining. Auf solche Dinge lege ich größten Wert.

Sie werden 37 Jahre alt. Sehen Sie Ihre Rolle weiterhin als Spielertrainer?

Ja, auf jeden Fall. Ich hatte vergangene Saison zwar ungewohnt viele muskuläre Probleme, fühle mich nach der Saisonvorbereitung aber gut und habe selbst auch alle Spiele mitgemacht.

SInd Sie froh, das der Fußball zum herkömmlichen Modus mit Hin- und Rückrunde zurückkehrt?

Absolut. Die Relegation bietet zudem einen neuen Anreiz, und man hat auch als Tabellenzweiter die Möglichkeit, in die Gruppenliga aufzusteigen. In der letzten Saison mit Auf- und Abstiegsrunde blieb die Gerechtigkeit etwas auf der Strecke, und es gab knifflige Entscheidungen. Wer diesmal nach 28 Spielen oben oder unten steht, hat das dann auch verdient.

Bereitet Ihnen die Pandemie im Hinblick auf die neue Saison noch Sorgen?

Ich bin da eigentlich ganz entspannt. Es ist so, wie es ist Wir werden immer mal wieder erkrankte Spieler haben. Vielleicht müssen auch Partien ausfallen. Aber ich bin positiv gestimmt: Wir sollten uns den Spaß am Fußball nicht verderben lassen und mit Freude in die neue Saison starten.

(Sascha Herrmann)

Torjäger: Dominik Oelschläger kehrt von MMR zurück.
Torjäger: Dominik Oelschläger kehrt von MMR zurück. © Friedhelm Eyert
Defensiv-Routinier: Dennis Galbas kommt von der SG Eiterfeld.
Defensiv-Routinier: Dennis Galbas kommt von der SG Eiterfeld. © Friedhelm Eyert

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