Zweikampf mit Judith Wagner

Sommerbiathlon: Thordis Arnold mit zwei Titeln bei Deutscher Meisterschaft

Thordis Arnold, hier links im Bild.

Clausthal-Zellerfeld. Am Wochenende wurden die Deutschen Meisterschaften im Sommerbiathlon auf der Schießanlage des Landeszentrums Sonnenberg bei Clausthal-Zellerfeld ausgetragen. Mit dabei: Thordis Arnold vom PSV Grün-Weiß Kassel, die mit zwei Titeln im Gepäck die Heimreise antreten konnte.

Bereits am ersten Wettkampftag konnte Arnold ihre derzeit hervorragende Form um zwei Titel im Sprint der Damen über 3000 m (Kleinkaliber und Luftgewehr ) erweitern. Damit sicherte sie sich gleichzeitig nach vielen spannenden Wettkämpfen in diesem Jahr auch die Kleinkaliber-Trophy der Damen.

Bei mittelmäßigen Temperaturen und Dauerregen stellten sich beim Auftaktrennen im Kleinkalibersprint nach Einzelmodus 22 Biathletinnen im Startraum auf. Dazu gehörten neben der favorisierten letztjährigen Europameisterin Judith Wagner ( SSV Starzach ), auch Anna Rosenhuber (SG Falkenhorst Forstenried) sowie die Titelverteidigerin des letzten Jahres, Grit Otto ( SC Köthen). Judith Wagner lief schnell an und legte eine tolle Zwischenzeit vor, da ihr beim liegenden Anschlag die Null gelang. Dadurch hatte die 23 Jährige Thordis Arnold nach einer „ Fahrkarte“ gleich einen recht großen Rückstand von 30 Sekunden. Anna Rosenhuber verlor den Kontakt zur Spitze durch vier Fehler liegend, während die schusssichere Grit Otto Null und dann stehend einen Fehler schoss, jedoch läuferisch nicht das Spitzenniveau zeigte.

Als Arnold dann eine tadellose stehende Schießeinlage zeigte und Wagner dreimal die Fallklappscheiben verfehlte, lief alles auf ein sehr spannendes, extrem enges Finale hinaus. Die Fans von Arnold mussten nach einer dynamischen Schlussrunde der blonden Starzacherin, die zunächst mit 13:32,9 Min. als Führende auf der Zieltafel angezeigt worden war, um den Sieg zittern. Doch auf der welligen Wiesenstrecke zum Ziel mit einer „elendig langen Zielgeraden“ warf Arnold nochmals alle Energie in die letzten Meter und stürzte nach lauten Anfeuerungsrufen ins Ziel. Dort blieben die Uhren bei 13:30,9 Minuten stehen – eine Zeit, die für den Titel Deutsche Meisterin 2014 reichte.

Thordis Arnold

Rund dreieinhalb Stunden später trafen die Athletinnen beim Sprintrennen über 3000 m mit drei Runden bei noch schwierigeren Witterungsbedingungen erneut aufeinander, um die Deutsche Meisterin im LG-Bereich zu küren. Titelverteidigerin Arnold, die für ihren Münchener Verein Falkenhorst Forstenried startete, hatte den taktischen Vorteil, als eine der Letzten , die das Rennen aufnahmen, dank der Informationen durch ihre Betreuer auf die Konkurrentinnen reagieren zu können.

Judith Wagner legte mit einer Fahrkarte liegend und flottem Tempo vor, wurde aber bei der Zwischenzeit hinter der Strafrunde noch von Anna Rosenhuber unterboten, die liegend fehlerfrei geblieben war. Arnold lag zu diesem Zeitpunkt des Rennens trotz fehlerfreier Schießeinlage gemeinsam mit Wagner auf Rang zwei. Doch mit einer zweiten Null stehend brachte sich die ehrgeizige Biologiestudentin wieder ins Spiel, während Rosenhuber zweimal patzte und das Anfangstempo auf dem zunehmend matschigen, nassen Boden nicht mehr halten konnte.

Wagner hatte eine Fahrkarte geschossen und sprintete ins Ziel, während Arnold mit sechs Sekunden Vorsprung auf die letzte Runde ging. Auf der Zielgeraden gelang ihr noch ein Schlusssprint, am Ende blieb sie 7,4 Sekunden unter der Zeit ihrer Dauerkonkurrentin und Kaderkollegin Judith Wagner, die sofort fair gratulierte. Thordis meinte später zu den Gratulanten: „ Es lief im 2. Rennen läuferisch besser, ich habe mich deutlich lockerer gefühlt.“

Diese Hochstimmung nahm 23 Jährige Studentin der Universität Kassel mit in den zweiten Tag.

Am 2. Wettkampftag traten zwölf Frauen zum Massenstartrennen im Kleinkaliber-Crosslauf an.

Gleich zu Beginn setzten sich die beiden Spitzenathletinnen und Kerstin Schmidt (Edelweiß Stieglitz) vom übrigen Teilnehmerfeld ab. Als beide Kaderathletinnen zwei Fahrkarten liegend schossen, setzte sich Wagner etwas ab und Kerstin Schmidt lag nach zweimal Null auf Rang zwei. Dank schneller Schießrhythmen vergrößerte Wagner ihren Vorsprung, doch Arnold setzte nach, schoss Null und stehend einen Fehler. So hielt sie den Kontakt zur kämpferischen Wagner. Schmidt fiel dann deutlich zurück. Und so lief es wieder auf das Dauerduell der beiden stärksten Sommerbiathletinnen Deutschlands hinaus. Beim letzten stehenden Anschlag schoss Wagner zwei Fehler und Arnold einen.

Mit etwa einer halben Strafrunde Vorsprung ging Wagner auf die letzte der fünf Tausend-Meter-Runden. Sie hielt das hohe Tempo und Arnold konnte diesmal nicht mehr kontern. Unter dem Jubel des applaudierenden Fachpublikums überquerte die Starzacherin als Deutsche Meisterin die Ziellinie (25:14,4 Min.). Mit einem Rückstand von 15 Sekunden wurde Arnold Vizemeisterin und erhielt später bei der Siegerehrung ihre Silbermedaille. Bronze ging an Kerstin Schmidt (27:15,8 Min.).

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