Handball: Caroline Schräder von der HSG Wesertal ist mit 41 Jahren Leistungsträgerin in der Landesliga

Sie spielt und spielt und spielt...

Freie Bahn am Kreis: Wesertals Caroline Schräder schließt einen Tempogegenstoß mit einem erfolgreichen Torwurf ab. Foto: Nolte

Oberweser. Wenn sie einmal nicht dabei sein kann, dann ist Trainer Klaus Götze nicht wirklich glücklich. „Der Ausfall von Line reißt schon ein Loch in unsere Abwehr“, klagte er vorm dritten Spieltag der Saison. Zu Recht: Das Team kassierte 30 Gegentreffer, spielte nur Unentschieden. Caroline, genannt Line, Schräder ist absolute Leistungsträgerin in der Mannschaft von Handball-Landesligist HSG Wesertal. Und das mit 41 Jahren, als zweifache Mutter.

Ans Aufhören hat Caroline Schräder noch keinen Gedanken verschwendet. Die Motivation, die sie antreibt, ist der Spaß an der Sache. „Die Gemeinschaft in der Truppe ist für mich das Allerwichtigste“, sagt sie. „Und, dass ich mich fit halte. Das könnte ich zwar auch mit Laufen, aber mit Handball macht es viel mehr Spaß.“

Schrecken der Gegner

Die nicht gerade groß gewachsene Außenspielerin verteidigt ganz untypisch auf der Halbposition. Das hat Gründe: „Die Line, die ist heute wieder giftig“, raunen die ergrauten Handball-Recken von einst regelmäßig auf der Tribüne in Oedelsheim. Das ist anerkennend gemeint. Die 41-Jährige ist der Schrecken der gegnerischen Angriffsreihen, besitzt Terrierqualitäten. Natürlich geht es dabei richtig zur Sache. Ohne eine Zeitstrafe kassiert zu haben, endet für Schräder selten ein Spiel.

Was sie auszeichnet, weiß die gebürtige Bad Karlshafenerin genau: „Die Ballgeilheit. Ich will immer den Ball haben, das wollte ich schon immer.“ Und wenn sie ihn erobert hat, geht es schnell nach vorne. Ihre Tore macht Caroline Schräder vor allem über Tempogegenstöße, von Außen und per Siebenmeter. 39 sind in dieser Saison bisher zusammengekommen, dabei lief es gar nicht gut. Bei zwei von zehn Spielen fehlte sie, in einem schied sie nach zehn Minuten verletzt aus. Und gegen Twistetal ging gar nichts, weil sie mit Knöchel- und Handverletzung auflief.

Angefangen mit Handballspielen hat Caroline Schräder in der C-Jugend der TSG Karlshafen, nachdem sie vorher Schwimmen als Sport favorisiert hatte. In der A-Jugend spielte sie mit der TSG in der Oberliga. Es folgten drei Jahre mit den TSG-Seniorinnen auf Bezirksebene, bevor sie zum Wesertal-Vorgänger HSG Oberweser wechselte. Warum eigentlich? „Die konnten immer gut feiern, das hat mich gelockt“, erklärt Schräder, die inzwischen schon viele Jahre in Oedelsheim wohnt.

Nur wenige Spiele verpasst

Zwölf Serien lang ging es mit dem Oberweser-Team im Bezirk auf Punktejagd. 2003, pünktlich zur Wesertal-Fusion, glückte endlich der Landesliga-Aufstieg. In den knapp 20 Jahren bei den Weser-Spielgemeinschaften hat Caroline Schräder, mal abgesehen von den Schwangerschaftspausen, nur wenige Spiele verpasst. Und sie spielt weiter, so lange es Spaß macht.

Spaß macht es ihr auch zu sehen, dass die Söhne Tim (15) und Til (12) die Handballleidenschaft und das Talent geerbt haben. „Darauf bin ich stolz, dass die beiden so im Handball aufgehen und solche Freude daran haben“, freut sich die Mutter. Das Kapitel „Schräder für Wesertal“ ist also längst nicht beendet, sollte die 41-Jährige doch einmal aufhören. (zno/nh)

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