Beim Fußball-Erstligisten Cerezo Osaka

Carsten Lakies ist jetzt Co-Trainer in Japan

Immer engagiert an der Seitenlinie: Trainer Carsten Lakies, auf unserem Foto in Diensten des FSC Lohfelden. Archivbild: Schachtschneider

Kassel/Osaka. „Ich hatte eine Stunde Bedenkzeit“, sagt Carsten Lakies. Das Handy des Kasselers machte sich auf Mallorca bemerkbar, und Lakies hörte die Stimme von Marco Pezzaiuoli, dem Trainer des japanischen Fußball-Erstligisten Cerezo Osaka.

Das war am 14. Juni. Marco Pezzaiuoli hat seinen Freund Carsten Lakies gefragt, ob er sein Co-Trainer werden wolle. Ein reizvolles Angebot, das einen Haken hatte, denn Pezzaiuoli hatte keine Zeit und wollte die Antwort innerhalb einer Stunde.

Dann wurde es hektisch. Es folgten kurze Telefonate mit Freundin und Töchtern und mehrere Anrufe bei verschiedenen Fluggesellschaften. Dann war die Stunde rum, und Lakies rief Pezzaiuoli zurück. Zwei Tage später war der 43-jährige Kasseler Co-Trainer bei Cerezo Osaka. In der japanischen Drei-Millionen-Stadt arbeitet der ehemalige Fußball-Profi des KSV Hessen, des FC Bayern und acht weiterer Vereine nun mit Berühmtheiten wie dem Uruguayer Diego Forlan.

Und ist in seinem Element: „Marco und ich arbeiten praktisch rund um die Uhr“, sagt Lakies, der die neue Aufgabe enthusiastisch angepackt hat. Sprachprobleme machen die Aufgabe im fernen Osten schwieriger als beispielsweise die Arbeit beim KSV Baunatal oder FSC Lohfelden, aber trotzdem sagt Lakies: „Es macht großen Spaß.“

In Japan ruhte während der WM der Ball, sodass die Saison erst vor einer Woche fortgesetzt wurde. Cerezo Osaka rangiert unter den 18 Mannschaften der J-League an 13. Stelle, aber die Saison ist noch lang, denn bisher wurden erst 14 der 34 Spieltage absolviert.

Wie aber kam der Kontakt mit dem von Kassel aus 9000 Kilometer entfernten Klub zustande? „Marco Pezzaiuoli war in der Saison 1999/2000 Joachim Löws Co-Trainer beim Karlsruher SC, während ich damals beim KSC Mittelstürmer gespielt habe“, erzählt Lakies. Seitdem schätzen und mögen sich der Kurpfälzer und der Nordhesse.

Lakies kann sich gut vorstellen, langfristig im fernen Osten zu arbeiten. Auch mit der Hoffnung, dass sein Klub bald wieder an alte Erfolge anknüpft, denn fünfmal hieß der Japanische Meister Cerezo Osaka. Allerdings liegt der letzte Triumph in der Meisterschaft 20 Jahre zurück.

Osaka war Kagawas Klub

In der jüngeren Geschichte wurde der Name Osaka hierzulande eher durch einen Spieler bekannt. Shinji Kagawa stürmte von 2010 bis 2012 für Borussia Dortmund, ehe er zu Manchester United wechselte, wo er allerdings nicht so stark auftrumpfte wie beim BVB. Zurück zu Carsten Lakies: Der schwärmt von den freundlichen Japanern, obwohl er in seiner neuen Heimat bisher vor allem Fußballstadien und Flughäfen kennengelernt hat. Demnächst steht aber auch noch ein Sprachkursus auf dem Programm. „Mit ein bisschen Japanisch“, sagt Lakies, „wird das Leben in Japan noch angenehmer.“

Von Gerd Brehm

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