Geburtstag am 19. Juni

Göttingen 05-Legende Achim Pilz feiert 60. Geburtstag

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Ein feiner Techniker und torgefährlicher Mittelfeldspieler: Achim Pilz (Mitte) von Göttingen 05 setzt sich gegen den Torhüter des 1. FC Bocholt durch. Beim 3:2-Sieg im DFB-Pokal glänzte Pilz als zweifacher Torschütze. 

Göttingen – Ein feiner Doppelpass, ein Zuspiel in Bedrängnis und eine technisch perfekte Ballannahme.

Wer vor knapp vier Wochen das Einlagespiel im Göttinger Maschpark zwischen der Aufstiegsrunden-Mannschaft von Göttingen 05 aus der Saison 1988/89 und einer schwarz-gelben Traditionself gesehen hat, der wusste sofort Bescheid. „Fußball verlernt man halt nicht“, sagt Achim Pilz. Der Mittelfeldspieler glänzte in den 1980er Jahren für den Göttinger Vorzeige-Klub, der einst bundesweit für Furore sorgte. Am heutigen Mittwoch (19. Juni) feiert Achim Pilz seinen 60. Geburtstag.

So schön die Freude über den Kick im Maschpark mit alten Team-Kollegen und Freunden auch war – 30 Jahre später kommt für den Verkaufsleiter beim Autohaus Hermann eine ganz neue Erfahrung dazu. „Wir haben zwar nur 30 Minuten gespielt, danach konnte ich aber tagelang nicht laufen. Mit hat alles wehgetan.“

Geboren wurde Achim Pilz am 19. Juni 1959 in Recklinghausen. Ein halbes Jahr später zog die Familie Pilz nach Lindau. Beim FC Lindau begann Achim mit dem Fußball. „Wir waren eine echte Fußballerfamilie“, sagt Achim über seinen Vater Hans-Joachim (Jochen) sowie über seine drei Brüder Bruno (68), den mittlerweile verstorbenen Reinhold und Wolfgang (56). „Meine älteren Brüder hatten alle schon einen Namen, das hat es für mich etwas leichter gemacht“, sagt Achim Pilz im Rückblick.

Als sein jüngerer Bruder Wolfgang mit 14 Jahren zu Borussia Dortmund wechselte, zog es Achim aus der A-Jugend von SuS Northeim gleich mit ins Ruhrgebiet. „Ich habe als 18-Jähriger bei den Amateuren und den Profis unter Trainer Otto Rehagel trainiert. Mit Spielern wie Ente Lippens und Manni Burgsmüller. Dazu das riesige Westfalenstadion. Das war für mich als Junge vom Dorf ein Schock“, sagt Pilz. Seine Rückkehr nach nur einem halben Jahr bezeichnete er als „sportlich großen Fehler“.

Für Göttingen 05 war die Pilz’ Rückkehr aber ein Glücksfall. Denn nach zwei Jahren beim FC Lindau zog es den feinen Techniker 1981 zu Göttingen 05. Auch deshalb, weil er für zwei Jahre bei der Bundeswehr in Hann. Münden stationiert war.

Seinen Durchbruch beim damaligen Drittligisten schaffte er im Winter 1982 – nicht in der Amateur-Oberliga, sondern im DFB-Pokal. Nach dem 3:3 beim 1. FC Bocholt gab es in Göttingen das Wiederholungsspiel. 05 gewann mit 3:2 und Pilz schoss die ersten beiden Tore. „Schade, im Viertelfinale gegen den HSV war ich krank“, sagt der Linksfuß, dem mit 05 1983/84 die Pokalsensation gegen Eintracht Frankfurt (4:2) gelang.

Danach war der Techniker ein gefragter Spieler – und aus der schwarz-gelben Startelf nicht mehr wegzudenken. „Die Derbys gegen die SVG vor mehreren tausend Zuschauern waren klasse. Die beste Saison haben wir 1988/89 unter Charly Mrosko gespielt. Vorher haben wir nur gestürmt, dann aber auch endlich gut verteidigt. Als Charly Göttingen verließ, war auch für mich die Zeit gekommen, aufzuhören“, sagt Pilz, der heute mit seiner Frau Ludmila und seinen beiden Kindern Yvonne (17) und Adrian (10) in Rosdorf lebt.

Bis 1989 spielte Pilz bei 05, danach für jeweils ein Jahr in Weende und bei der SVG, anschließend noch zwei Jahre in Weende. „So schön wie bei 05 war es aber nirgends. Das war echter Fußball!“

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