HNA-Umfrage unter den Handballern der Region zum EM-Erfolg des Nationalteams

„Auch der Titel ist jetzt drin“

Was für eine Freude! Deutscher Jubel bei der Handball-EM nach dem 25:23-Coup über Dänemark. Mit der Nummer 21 Hannovers Erik Schmidt. Zweiter von links sein „Recken“-Teamgefährte Kai Häfner, rechts Wetzlars Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Fotos: dpa (1) / nh (2)

Göttingen. Der sensationelle Einzug der deutschen Nationalmannschaft (25:23 gegen Dänemark) ins Halbfinale der Europameisterschaft hat natürlich auch die große südniedersächsische Handball-Szene emotional bewegt. Vor dem heutigen Semifinale gegen Norwegen (18.30 Uhr) haben wir uns unter Trainern und Spielern umgehört.

Bei Männer-Oberligist Northeimer HC wurde wegen des Spiels gegen Dänemark sogar das Training verschoben, berichtet Trainer Carsten Barnkothe. „Unsere Chancen stehen auch gegen Norwegen gut. Wegen des breiten Kaders kann unsere Mannschaft schnell regenerieren. Andere Teams können das wohl nicht auf einem Level durchhalten, sie sind von ihren Stars abhängig. Toll, wie zum Beispiel Hannovers Kai Häfner reinkommt und gleich in die Bresche springt. Unser Team schwimmt jetzt auf einer Euphorie-Welle, auch gegen Norwegen ist ein Sieg drin.“

„Disziplin, Leidenschaft, Glauben und ein überragender Trainer – das hat die deutsche Mannschaft ausgezeichnet“, sagt Gernot Weiss, Barnkothes Kollege von Männeroberligist HG Rosdorf-Grone. „Nur 23 Gegentore gegen Dänemark, das sagt schon viel aus. Deutschland gewinnt seine Spiele über die Deckung, dann sie vorn locker aufspielen. Aber nun werden die Erwartungen im Kopf höher , bisher war das Team nur Außenseiter.“

„Jetzt ist auch der Titel drin“, sagt Lenny Pietsch, Coach der Rosdorfer Oberliga-Frauen und auch weiss-Assistent, mutig. „Man sieht, was man mit Teamgeist erreichen kann. Von Trainer Sigurdsson bin ich begeistert. Der hat Schachzüge drauf...! Die Vier-Mann-Mauer mit Sprungwurf von Kühn ist ein Spielzug aus der E-Jugend. Auch der Presse-Rummel ist nach mageren Jahren für unsere Sportart gut, er kann ihr nur gut tun.“

„Der Einsatz unserer Mannschaft ist faszinierend, das hatte ich nie erwartet“, lobt Uwe Viebrans, Trainer von Frauen-Oberligist HSG Göttingen. „Jetzt hat die Mannschaft Blut geleckt, jetzt will sie noch mehr, die Spieler schmeißen alles rein. Es freut mich auch, dass die Medien jetzt so über diesen Erfolg berichten.“

Der Turnier-Verlauf ist doch sehr überraschend“, meint Marlon Krebs, derzeit Topscorer (102 Treffer) bei der HG Rosdorf-Grone. „Das hatte ich der deutschen Mannschaft nicht zugetraut, ich bin hellauf begeistert. Beeindruckend, wie die beiden Neuen Häfner und Kühn reingekommen und sofort in die Bresche gesprungen sind. Toll, wie Finn Lemke, von dem ich nicht gerade ein Fan war, jetzt den Laden in der Abwehr zusammenhält. Interessant auch, wer jetzt alles in den sozialen Netzwerken seinen Senf dazugibt.“

Und noch der „fachfremde“ Fußballer Thorsten Tunkel (Team-Manager des Fußball-Oberligazweiten SVG Göttingen): „Der deutsche Erfolg ist ein Paradebeispiel für guten Teamgeist. Jeder verfolgt das gleiche Ziel ohne Allüren. Ich hoffe, der Erfolg ist auch nachhaltig. Bisher war das jedenfalls großes Kino.“ (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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