Blaue Flecken statt Aufwandsentschädigung

Blinden-Fußball-Nationalmannschaft tritt beim Erlebnis-Turnfest an

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Göttingen als Lehrgangs-Standort der Blindenfußball-Nationalmannschaft: Das deutsche Team bestreitet im Juni zwei Länderspiele gegen Argentinien.

Göttingen. „Die einzige Prämie, die wir kriegen, sind blauen Flecken!“ Alexander Fangmann, Kapitän der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft, nimmt der Frage nach Vergütungen für die sportlichen Aktivitäten des Teams von Bundestrainer Ulrich Pfisterer mit gequältem Humor.

Im deutschen Blindenfußball, dessen Zentrum nun Göttingen wegen seiner zentralen Lage ist, gibt es keine Aufwandsentschädigungen. Ganz im Gegensatz zu den Blindenfußballern in Japan oder England.

Auch im Gesamt-Etat gibt es Riesen-Unterschiede. In England wurde im vergangenen Jahr von einer Million Pfund gesprochen, in Japan von 75.000 Euro. „Zukunftsmusik“, sagt Rolf Husmann, seit zwei Jahren Team-Manager des deutschen Teams, das sich am vergangenen Wochenende in Göttingen auf die weitere Saison vorbereitete.

Zweimal gegen Argentinien

Im Blickpunkt stehen dabei in Göttingen, das nun als offizieller Lehrgangs-Standort firmiert, vor allem die beiden Spiele gegen den Vizeweltmeister Argentinien am 25. und 26. Juni im Rahmen des „Erlebnis-Turnfestes“ in der Uni-Stadt. Zuvor gibt es noch ein Vierländerturnier in Regensburg gegen Argentinien, Spanien und England (17./18. Juni). Beim Turnfest erhoffen sich die Blindenfußballer jede Menge neue, interessierte Zuschauer.

Noch mehr Bekanntheit verspricht sich das Blindenfußball-Team durch Pauline Bremer. Die Göttinger Fußball-Nationalspielerin, derzeit in Lyon (Frankreich) unter Vertrag, ist neue Botschafterin der Mannschaft von Bundestrainer Pfisterer. „Das ist wirklich eine gute Sache, die ich unterstützen möchte“, wird Bremer zitiert.

Breitere Hockey-Tore

Als „Super-Ereignis“ bezeichnen die Blindenfußballer, in deren Reihen sechs, teils erst 15-jährige neue Spieler stehen, die EM 2017 in Berlin. Pfisterer hat dafür ein, wie er selbst sagt, „freches Ziel“ ausgegeben: „Wir wollen Europameister werden.“

Eine Modifikation soll es durch neue Tore geben. Statt auf Handball- soll auf die breiteren Hockey-Tore (33 cm breiter) gespielt werden. Mehr Treffer, mehr Offensive ist gefragt. Husmann mahnte aber auch Reformen zur Organisation und Förderung an. Die Bundesliga soll spielstärker werden, zudem brauche man eine international schlagkräftige Nationalmannschaft. (haz/gsd)

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