Blindenfußball beim Turnfest: Deutschland 0:2 gegen Argentinien

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Sehr hart geht’s mitunter auch beim Blindenfußball zu: Deutschland-Kapitän Alex Fangmann (rechts) attackiert Argentiniens Ivan Figeroa am linken Fuß. Ali Pektas (9, aus Marburg) tastet sich heran. Ganz links Schiedsrichter Christian Jung aus Berlin.

Göttingen. Schon besser, aber noch nicht gut genug! Mit 0:2 (0:1) verlor die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft das erste ihrer beiden Test-Länderspiele gegen Vizeweltmeister Argentinien im Rahmen des 16. Erlebnis-Turnfestes auf dem Kunstrasenplatz neben dem Jahnstadion. „Ein ehrenvolles Ergebnis“, meinte Rolf Husmann, der Göttinger Teammanager der Nationalauswahl.

„Argentinien ist eine Nummer zu groß für uns“, räumte Bundestrainer Uli Pfisterer ein. „Das war wie Dortmund gegen Cottbus.“

Gegenüber der 0:5-Niederlage vor einer Woche bei einem bedeutenden Turnier in Regensburg konnte das deutsche Team gegen die „Albiceleste“ (die „Himmelblauen“ – wegen hellblau-weiß gestreifter Trikots) das Ergebnis weitaus freundlicher gestalten, doch die „Gauchos“ zeigten sich vor allem technisch klar überlegen. „Sie haben zwei Fehler von uns ausgenutzt“, meinte Deutschlands Kapitän Alex Fangmann (Stuttgart) nach zweimal 25 Minuten Spielzeit. „Wir sind noch dabei, uns zu finden.“ Was die Blindenfußball-EM 2017 in Berlin betrifft.

Fast wie bei Frankreich-EM

Beim ersten der beiden Tests neben dem Jahnstadion ging’s fast so zu wie bei der EM in Frankreich. Mit Einlaufkindern vom SC Hainberg kamen die Mannschaften auf den Kunstrasenplatz, der an den Längsseiten von Banden begrenzt ist. Nach den Nationalhymnen ging’s los. Für die Interessierten in Deutschland wurde ein Audio-Livestream angeboten, Maurizio Valgolia kommentierte wie bei der ARD-Bundesligakonferenz.

Fangmann & Co. begannen, so der Kommentator, „sehr defensiv“ gegen die Argentinier, die aber nach zehn Minuten in Führung gingen. Maxi Espinillo jubelte typisch südländisch. Auch für den Blindenfußball ungeübten Laien unübersehbar: Die Südamerikaner sind stark am Ball, behaupten die Kugel im Dribbling prima. Und in der Abwehr stehen sie sicher und robust. Vor allem der mehr als 1,90 m messende Froilan Padillo, der als Profi in Brasilien (der große Rivale der Argentinier) spielt, ragt im Wortsinn heraus.

Kurz vor der Pause bekommen die Himmelblauen zwei Achtmeter kurz hintereinander. Grund: Nach dem dritten Team-Foul gibt es ab dem vierten einen „Double-Penalty“, doch Padilla und Nicolas Velez vergaben diese Chancen zum 2:0.

Wenig deutsche Chancen

Deutsche Tor-Chancen gab’s kaum. Bei der besten semmelte Mulghata „Mulle“ Russom den Rassel-Ball links am Argentinien-Tor vorbei. Wenig später erhöhte Velez auf 2:0. „Wir arbeiten hart für die Paralympics“, meinte (der sehende) Gäste-Torwart Dario Lencina hinterher. Bundestrainer Pfisterer: „Wir sind am Anfang auf dem Weg zur EM. Bei uns fehlt es noch an der Kommunikation auf dem Platz. Die Argentinier dagegen können blind blind spielen.“ (gsd)

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