Bummel durch Göttingen zum EM-Start: Im „La Vida“ fällt das 1:0

Nichts geht in diesen Tagen über Sicherheit: Die Fans mussten sich beim Einlass in der Lokhalle von der Security durchsuchen lassen.

Göttingen. Der erste Sieg ist eingesackt, Jogis Jungs haben die Ukraine bei der EM in Frankreich mit 2:0 bezwungen. Wie verlief das erste Match in der Göttinger Innenstadt. Ein abendlicher EM-Bummel durch die Fußgängerzone.

Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff in Lille kommt das EM-Feeling in Göttingen noch nicht so recht auf Touren. Nur sehr vereinzelt sind erste Fans mit den entsprechenden Utensilien zu sehen.

Noch 40 Minuten bis zum „Kickoff“. Vor der Lokhalle, in der eine der größten deutschen Leinwände (fast 100 Quadratmeter) beim „Sartorius EM-Village“ hängt, ist die Lage überschaubar. Auffällig: Drei Polizei-Bullis stehen am Rand, vorm Einlass ist mit rot-weißen Gittern abgesperrt. Sicherheit geht dieser Tage über alles, Taschenkontrollen sind unvermeidlich.

In der Goetheallee haben die Imbisse ihre Fernseher rausgestellt. Auf einem läuft Autorennen statt des EM-Vorlaufs. Vorm „Kartoffelhaus“ sitzen nur wenige Anhänger – es ist einfach zu frisch an diesem Sonntagabend. Weiter über die Prinzenstraße zur Weender Straße, sonst so oft die Party-Meile Göttingens.

Hymne im „Park“

Im „Alfredo“ schauen sie nur drinnen, nebenan in der Eisdiele „Colosseum“ steht ein TV-Gerät draußen. Schon mehr los ist in der Roten Straße im „La Vida“ mit drei TV’s. Aber erst nochmal weiter zum TV-Übertragungsklassiker „Monro’s Park“. Nationalhymne, fünf Fans in grünen Deutschland-Trikots haken sich unter, viele stehen auf, singen mit. ANPFIFF in Lille.

Der „Park“ ist mit 350 Leuten gefüllt, aber nicht brechend voll. Kirjan Krauß (45), bekanntes Göttinger Ex-Fußballgesicht, regelt seit 1996 die Reservierung und Platzvergabe. Torwart Neuer pariert in Lille klasse, Raunen im „Park“.

Weiter geht’s, zurück in die City. Deutschland hat mehr vom Spiel, das sehen auch die Fans in der Roten Straße. Die Plätze vor den Kneipen und Bars sind nun doch viel mehr besetzt. Freistoß in Lille: Kroos hebt die Kugel gefühlvoll in den Strafraum – und dann ist dieser Mustafi da, köpft das 1:0. Vorm „La Vida“ springen die Zuschauer auf, gröhlen, freuen sich über die Führung.

Rückweg. Vorm „Colosseum“ bestellen die Fans Eis, Deutschland bleibt cool in Nordfrankreich. Puh, der Ausgleich der Ukrainer vorm „Giovanni L.“? Ne, doch nicht! „Guter Mann“, lobt einer der TV-Seher den Linienrichter, der die Fahne hebt.

Fußball macht Hunger, auch für Zuschauer. Schnell noch rein bei „McDonald’s“. Die Verkäufer im Deutschland-Dress, die weibliche Bedienung im italienischen Trikot. Beim zweiten Big Mac fällt Schweinsteigers 2:0. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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