Sport im Lockdown

Dethlefs: „Wir stehen Gewehr bei Fuß“

Blick ins Badeparadies Eiswiese: Die GöSF hofft auf eine Öffnung ab Ende März.
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Blick ins Badeparadies Eiswiese: Die GöSF hofft auf eine Öffnung ab Ende März.

Seit vergangener Woche Montag ist Individualsport – für Kinder bis 14 Jahren auch in Gruppen von bis zu 20 Personen – wieder erlaubt. In einigen Teilen Niedersachsens führte die Verordnung bereits zu skurrilen Bildern auf Trainingsplätzen – inklusive anschließender Kontroversen.

Göttingen – Was ist erlaubt, was nicht? So ganz eindeutig hat das Land Niedersachsen seine vom 8. bis 28. März geltende Reglung bezüglich des Sports offenbar nicht gefasst. In Göttingen wartet man gespannt auf die nächste Beratungsrunde am 23. März. Kann dann wieder Mannschaftssport betrieben werden?

So weit, so unklar, mag sich manch einer bei den Sport-Verbänden und -Vereinen gesagt haben, als die neue Corona-Verordnung des Landes am 8. März in Kraft trat. Gemäß der Landes-Beschlüsse ist Individualsport wie Leichtathletik, Tennis, Golf und Turnen möglich. Es muss dabei zu weiteren Personen des eigenen Haushaltes kein Mindestabstand eingehalten werden. Notwendig ist aber ein so großer Abstand zu weiteren Aktiven, dass der Charakter des Individualsports ersichtlich ist und keinerlei Infektionsgefahr für gleichzeitig Mitsportreibende besteht.

Nach HNA-Informationen führte das in etwas weiter nördlich gelegenen Landesteilen dazu, dass Erwachsenen-Fußballer aufgeteilt auf kleine abgesteckte Parzellen quasi in Teamstärke auf dem Platz trainierten. Auch wenn immer nur zwei Spieler (die Reglung bezieht sich auf fünf Personen aus zwei Haushalten) zusammen trainierten – ist das noch Individualsport? Gut nachvollziehbar, dass diese Frage für kontroverse Diskussionen gesorgt hat.

Nicht so im Fußball-Kreis Göttingen-Osterode. Wie dessen Vorsitzender Hans-Dieter Dethlefs erklärte, habe man keine Kenntnis über etwaige Trainingsstarts von Herren- oder Damen-Teams. Anders sieht das in den Altersklassen bis zur U 15 aus. Da für Kinder bis zum Alter von 14 eine Ausnahmeregelung für bis zu 20 Personen gilt, nahmen viele Jugendmannschaften in der vergangenen Woche das Training wieder auf, wie Dethlefs bestätigte.

In allen anderen Altersklassen stehe man „Gewehr bei Fuß“, so der Fußball-Kreis-Vorsitzende. Man sehne den 23. März herbei, wenn womöglich weitere Lockerungen im Sport beschlossen werden könnten, die dann ab dem 29. März in Kraft treten würden. „Je nachdem, was entschieden wird, haben wir verschiedene Szenarien in der Schublade“, sagt Dethlefs. Und sobald es eine Entscheidung gibt, werde der Verband den Vereinen dann auch mitteilen, was erlaubt ist und was nicht.

Ja, viele Unwägbarkeiten bringen diese Zeiten mit sich. Das gilt auch für andere Sportarten. Die Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) hat seit dem 8. März entsprechend der Corona-Bestimmungen seine Außenanlagen wie Sportplätze wieder geöffnet, wie GöSF-Chef Andreas Gruber der HNA bestätigte. Die Hallen bleiben weiterhin geschlossen.

Aber auch Gruber hofft auf baldige Lockerungen, wenn es die Infektionslage zulässt: „Wir hoffen, dass wir die Wasserwelt im Badeparadies Eiswiese ab dem 29.3. wieder öffnen können. Aber nichts Genaues weiß man nicht.“ Man mache das, was möglich ist, und zwar so schnell wie möglich, versicherte Gruber. Jetzt braucht es nur noch klare Verordnungen. (Von Andreas Arens)

GöSF-Geschäftsführer Andreas Gruber. Archivfoto: Bernd Schlegel
Fußballkreis-Vorsitzender Hans-Dieter Dethlefs.

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