Leichtathletik

Dreispringerin Neele Eckhardt: „Wird ein harter Kampf um den Titel“

Den Sprung nach Tokio hat sie schon geschafft: Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen will nun auch den deutschen Meistertitel.
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Den Sprung nach Tokio hat sie schon geschafft: Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen will nun auch den deutschen Meistertitel.

Göttingen – Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack (28) geht bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften am Samstag in Braunschweig mit guten Titelchancen an den Start. Wir sprachen mit der zweifachen deutschen Hallenmeisterin, die die Olympia-Norm für Tokio (14,32 Meter) mit 14,52 Meter schon deutlich überboten hat.

Frau Eckhardt, wie sind Ihre bisherigen Freiluft-Wettbewerbe verlaufen?

Der Einstieg, der erste Wettkampf in Leverkusen lief gut. Ich hatte mir nichts Konkretes vorgenommen, sondern eine Standortbestimmung vorgestellt und war positiv überrascht. Ich bin 14,20 Meter gesprungen mit Luft nach oben. Da war sogar noch mehr drin. Die Team-EM in Polen war vollkommen in Ordnung, nicht überragend gut, aber auch nicht furchtbar schlecht. Ich hatte mir vorgestellt, etwas weiter zu springen, 14 Meter wären schön gewesen. Kein Drama, dass es so lief, wie es lief.

Zum Ausblick auf die DM am Samstag: Sind Sie die Favoritin im Dreisprung oder gibt es einen Zweikampf mit Kristin Gierisch?

Kann ich vorab nur schwer sagen. Aus meiner Sicht wird das kein Selbstläufer. Ich traue Kristin ganz schön was zu, und dass sie was auspackt im Vergleich zu Leverkusen. Sie hat ja fast zwei Jahre keinen Wettkampf gehabt. Da bräuchte auch ich länger, um wieder reinzukommen. Kommt drauf an, wie gut sie drauf ist. Wir können uns auf Augenhöhe begegnen. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich gewinne. Das wird ein harter Kampf.

Sie haben die 14,52 m in Torun gesprungen und die Olympia-Norm geschafft …

Das war ein grandioser Wettkampf, den ich da gemacht habe. Die Weite hat mir unfassbar viel Druck genommen auch im Hinblick auf Tokio, worauf alles ausgerichtet ist. Klar werde ich jetzt an dieser Weite gemessen. Aber das ist jetzt nicht das, was ich jeden Tag abrufen kann. Wenn es bei wichtigen Wettkämpfen in diese Richtung geht, habe ich schon ganz viel gewonnen.

Nach der DM sind Sie eine Woche später in Osterode und eine weitere Woche danach bei den Niedersachsen-Meisterschaften in Göttingen am Start …

Das ist die Planung. Was das Training anbelangt, werden wir auf die DM Rücksicht nehmen, auf die beiden folgenden Wettkämpfe aber nicht, weil ich dann noch einmal eine intensive Trainingsphase einlegen muss und das in Richtung Tokio auch gut passt. Ich bin bei beiden Wettkämpfen aber am Start – zwei „Heimspiele“ sozusagen.

Olympia steht bevor. Was geht Ihnen da durch den Kopf?

Vorfreude und Spannung, was mich so drumherum erwartet wegen Corona. Ich hoffe, dass wir uns trotzdem ein bisschen frei bewegen können, aber ich glaube nicht, dass das realistisch ist. Im Mittelpunkt steht selbstverständlich der Wettkampf. Natürlich wäre es schön, wenn Zuschauer, Freunde und Familie da wären.

Gibt es schon eine Planung für die Anreise nach Tokio?

Es gibt noch gar keine Planung, ich würde auch gern wissen, wie der grobe Ablauf ist. Das steht aber alles noch nicht fest. Das war bei der Team-EM aber genauso. Langfristig zu planen, ist halt schwierig. Ich hörte, dass es ein Trainingslager geben soll zur Akklimatisierung. Der Dreisprung-Wettbewerb ist am 30. Juli.

Sie sind vor einiger Zeit von Göttingen nach Hannover umgezogen. Was war der Grund?

Hauptsächlich wegen der Arbeitsstelle meines Mannes. Wenn er jetzt hier nicht angefangen hätte zu arbeiten, wäre ich in Göttingen geblieben. Ich habe mich erstaunlich schnell wieder eingewöhnt, ich habe ja von 2008 bis 2012 schon vier Jahre in Hannover gelebt, bevor ich nach Göttingen gegangen bin. Ich habe damals zwei Jahre im Sportinternat gelebt und dann in einer WG, während ich Abitur gemacht habe.

Bleiben Sie bei der LG Göttingen oder steht ein Wechsel zu einem hannoverschen Klub an?

Nein, ich habe mich bewusst entschieden, bei der LG zu bleiben. Ich fühle mich da sehr heimisch mit dem Umfeld. Ein Wechsel ist für mich gerade keine Option.

Wie läuft die Vorbereitung für Braunschweig ab?

Ganz routinemäßig. Am Mittwoch habe ich noch Krafttraining gemacht, Donnerstag war frei, am Freitag gibt es noch einen kleinen Auftakt, sodass ich Samstag erholt und fit bin. Nichts Außergewöhnliches, keine Experimente. Die beiden Wettkämpfe in Osterode und Göttingen werden Technik-Einheiten unter Wettkampf-Bedingungen sein. Was die Trainingssteuerung angeht, werde ich darauf nicht viel Rücksicht nehmen.

Gibt es noch weitere Start-Termine vor Olympia?

Vielleicht noch den einen oder anderen Wettkampf. Anfang Juli gibt es zum Beispiel noch ein Meeting in Monaco. Darüber spreche ich noch einmal mit meinem Manager.  (Helmut Anschütz/gsd)

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