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Eckhardt-Noacks „Harakiri-Gewaltsprung“ auf Platz eins

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Von: Helmut Anschütz

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Landung bei 14,14 Meter: Neele Eckhardt-Noack haute im letzten Sprung alles raus – zum Sieg!
Landung bei 14,14 Meter: Neele Eckhardt-Noack haute im letzten Sprung alles raus – zum Sieg! © Imago/Eibner-Pressefoto

Nächster toller Erfolg für Göttingens Star-Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack: Sieg bei den „Finals 2022“ in Berlin im Dreisprung mit 14,14 Metern, Titel verteidigt!

Berlin/Göttingen – „Im April habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr noch einmal richtig anzugreifen“, sagte die Leichtathletin von der LG Göttingen nach dem Wettbewerb. „Am Montag steige ich sofort wieder ins Training ein. Auch Wettkämpfe brauche ich noch vor der WM in Eugene. Ich will auf alle Fälle weiter Vollgas geben und bin sehr froh, dass es mit dem Titel hier in Berlin geklappt hat.“ Für die Niedersachsen-Meisterschaften am kommenden Wochenende im Göttinger Jahnstadion steht sie auf der Dreisprung-Meldeliste. Ob sie startet? Ungewiss, sagt Trainer Frank Reinhardt. Am 4. Juli fliegen er und Eckhardt-Noack in ein Vorbereitungs-Camp des DLV nach Santa Barbara bei Los Angeles, um sich neun Tage lang für die WM in Eugene (ab 15. Juli) zu akklimatisieren.

„Es war eine schwere Geburt“, meinte Trainer Frank Reinhardt zu Eckhardt-Noacks spätem Sieg. „Der letzte Sprung war ein Harikiri-Gewaltsprung, da hat sie noch mal alles reingelegt. Die Gewitter-Unterbrechung war blöd, das hat dem Wettkampf nicht gutgetan. Neeles Anlauf hatte nicht das Niveau wie sonst. Vielleicht war es ein Spannungsabfall nach den 14,48 Meter von Madrid.“

Der Start im nur spärlich besetzten Olympiastadion Berlin war aber für alle Beteiligten schwierig. Nach dem ersten Versuch wurde der Dreisprung Wettbewerb unterbrochen – Gewitter-Warnung, alle mussten den Stadion-Innenraum verlassen.

Neele Eckhardt-Noacks Göttinger Klubkameradin Kira Wittmann zeigte einen sehr guten Auftritt vor der Gegengeraden im Olympiastadion. Die Kommissar-Anwärterin begann mit 13,57 Metern und legte 13,62 Meter im zweiten Versuch nach, womit sie kurzzeitig sogar die Führung übernahm, wenig später aber nach Eckhardt-Noacks und Jessie Madukas Versuchen auf Platz drei rutschte.

Wittmanns dritter Sprung war dann ungültig, ehe sie 13,43 Meter nachlegte. Damit war sie dann aus den Medaillenrängen raus, da Maduka (TV Wattenscheid) 13,77 Meter sprang. Im fünften Versuch gelangen Wittmann mit persönlicher Bestweite dann 13,76 m – zwei läppische Zentimeter fehlten ihr am Ende zu einem Podiumsplatz. „Kira hat eine fantastische Leistung gezeigt“, so Coach Reinhardt.

Nach dem vierten Versuch war dann aber auch Eckhardt-Noack ihre Führung mit bis dahin 13,97 m los. Ihre Dauerrivalin Kristin Gierisch (Bayer Leverkusen), die zuletzt nicht recht zum Zuge gekommen war, sprang auf genau 14 Meter. Eckhardt-Noacks 13,89 m im fünften Versuch reichten nicht – also volle Konzentration auf Sprung sechs: Und da haute die LGerin tatsächlich nervenstark ihre beste Weite raus – 14,14 Meter, Sieg, Gold, Titel verteidigt!

Nicht wie gewünscht lief es für Merle Homeier im Weitsprung. Die zuletzt starke LGerin hatte einen ungültigen ersten Versuch, lief bei 4,88m fast durch und schaffte dann mit 6,16m gerade noch die Qualifikation für die letzten drei Sprünge: Im vierten Versuch landete sie bei 6,46m. Am Ende war es „nur“ Platz fünf. Den Sieg holte Top-Springerin Maleika Mihambo (6,85m). (Helmut Anschütz/gsd)

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