Erlebnis-Turnfest – in diesem Jahr nur virtuell

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So war es beim letzten Erlebnis-Turnfest: Die Gala im Jahnstadion bildete den Abschluss im Juni 2016. 

Vom 20. bis 24. Mai sollte in diesem Jahr in Oldenburg das Landesturnfest unter dem Motto „Erlebnis Turnfest 2020“ ausgetragen werden. Doch auch hier kam die Coronakrise dazwischen. Nun setzen die Organisatoren auf eine virtuelle Variante.

Auf der Homepage vom „www.erlebnisturnfest.de“ ist der Stadtname Oldenburg lila durchgestrichen und durch einen lila „@home“-Button ersetzt. „Seit der Absage des Erlebnis Turnfestes in Oldenburg ist nun mehr als ein Monat vergangen und wir sind immer noch sehr traurig. Kopf hoch! Wir haben unsere Köpfe zusammengesteckt und eine tolle virtuelle Idee für Dich und Deinen Verein entwickelt. Es wird laut. Es wird vielseitig. Es wird unterhaltsam. Turnfest@home – das virtuelle Turnfest vom 20. bis 24. Mai auf Facebook und Instagram. Wir haben nur für Dich ein kunterbuntes Programm auf die Beine gestellt. Freu Dich auf fünf Tage voller Highlights mit Mitmachaktionen und spannenden Menschen!“

So bewirbt der Niedersächsische Turner-Bund (NTB) auf seiner Homepage das geplatzte Riesen-Event in der Stadt an der Hunte. Über seine „social media“-Kanäle will der NTB (mit 780 000 Mitgliedern größter Sportfachverband im Landessportbund Niedersachsen) zeigen, dass er präsent ist.

Unzählige Arbeitsstunden hatten die zehn hauptamtlichen Mitarbeiter und rund 50 Ehrenamtliche in die Vorarbeiten der Veranstaltung investiert. In einem ersten Schritt waren wie üblich die Teilnehmer beworben worden. 12 000 hätte man gebraucht. „Fast 10 000 hatten wir im Vorfeld schon“, berichtet Bauer. In einem zweiten Schritt ging es um die Besucher, bei denen es um eine Zahl von etwa 200 000 ging. So viele Menschen in den gegenwärtigen Zeiten auf kleinen Räumen beieinander? Momentan kein Thema.

So war die Absage des Mammut-Events unumgänglich, zu der NTB-Präsident Heiner Bartling Stellung nahm: „Wir bedauern die Entwicklung sehr und möchten uns gleichzeitig bei allen Unterstützern und engagierten Helferinnen und Helfern für die Arbeit in den letzten zwei Jahren bedanken.“

Die Kosten für das Erlebnis Turnfest beziffert Bauer auf rund zwei Millionen Euro. Partner und Sponsoren, LSB-Förderung und Turnfest-Beiträge – sie alle tragen dabei zur Finanzierung eines Turnfestes dieser Größenordnung bei. „Ich hoffe, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen“, so Bauer. Eine Neuansetzung des Turnfestes sei aus verschiedenen Gründen nicht vor 2022 möglich. Mögliche Termine würden derzeit geprüft.

Das Landesturnfest – jetzt „Erlebnis Turnfest – veranstaltet der Niedersächsische Turner-Bund seit 1950. Die Premiere gab es in Verden (Aller), danach folgten Göttingen (1955), Oldenburg (1960), Osnabrück (1965), Lüneburg (1970), Emden (1975), erneut Verden (1980), Salzgitter (1985), Hannover (1989), Wolfsburg (1993), Stade (1996), erneut Oldenburg (2000), Hameln (2004), Braunschweig (2008), erneut Osnabrück (2012) und erneut Göttingen (2016).  haz/gsd

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