Fußball

Florian Evers von der SVG Göttingen: Grundschul-Pauker statt Oberliga

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Im Vorwärtsdrang: SVG-Kapitän Florian Evers (am Ball), hier gegen Petershüttes Finn Rettstadt (links) und Niklas Baumgarten, legt eine Pause vom Fußball ein.

Nach über 15 Jahren aktiver Fußballzeit gönnt sich Florian Evers erst einmal eine Pause vom aktiven Fußball. Der Kapitän des Oberliga-Aufsteigers SVG Göttingen legt in nächster Zeit seinen Schwerpunkt auf seinen Beruf.

Zum 1. August übernimmt er die Stelle des Konrektors an der Löwenzahn-Grundschule in Moringen. Da der zeitliche Mehraufwand für das Training nach dem Aufstieg der Schwarz-Weißen in die Oberliga und auch für die weiteren Auswärtsfahrten an Wochenenden zwangsläufig steigt, hat sich der 31-jährige Lehrer dazu entschieden, die Fußball-schuhe erst einmal an den Nagel zu hängen.

„Der Entschluss, erst einmal aufzuhören, hat sich im Laufe der letzten Wochen so entwickelt“, sagt Evers, der sich erst einmal mit einem letzten Tor für die SVG, dem 6:2 – es war sein sechster Saisontreffer – im Stadtderby gegen den SC Hainberg im letzten Spiel vor der Coronapause verabschiedet hat. Duplizität der Ereignisse: Evers war es auch, der den letzten Treffer im Abstiegsjahr 2017/18 aus der Oberliga beim 3:3 in Celle erzielte.

„Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, zumal ich mein ganzes Leben Fußball gespielt habe“, so Evers. Da klingt schon ein wenig Wehmut mit. „Es gibt aber auch noch andere Dinge im Leben“, stellt er aber dann auch nüchtern fest.

In welchem Verein er denn am liebsten gespielt hat, darauf will er sich nicht festlegen. Am erfolgreichsten aber hat er zweifellos bei der SVG gespielt mit den drei Jahren in der fünften Liga. In der Saison 2012/13 verpasste die Sandweg-Elf nur ganz knapp den Aufstieg in die Oberliga. Im letzten Spiel gewann die SVG gegen den SSV Vorsfelde mit 6:3 – allein fünf Tore erzielte Evers in dieser Partie und erhöhte sein Torekonto auf 27. Bis auf einen Handbruch vor zwei Jahren ist Evers von schwereren Verletzungen verschont geblieben.

Seine Eltern haben ihn vor allem im Hinblick auf seine Fußballkarriere sehr unterstützt. Wer ihn fußballerisch am meisten gefördert hat, auch darauf will er sich im Rückblick nicht festlegen. „Es hat immer gute Gespräche mit der Vereinsführung der SVG gegeben, so auch mit meinem Entschluss, erst einmal eine Pause einzulegen“, erinnert sich Evers. Ob er sich denn vorstellen kann, in absehbarer Zeit wieder aktiv einzusteigen. „Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Wer weiß, was in einem, in zwei Monaten ist.“

Seinen Lehrerberuf bezeichnet er als spannend. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder weiterentwickeln.“ Studiert hat er in Kassel die Fächer Mathematik, Deutsch und Sport. Als Klassenlehrer einer dritten Klasse wird er aber auch noch in anderen Fächern eingesetzt. gsd

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