Interview: „Titelverteidigung kann gelingen“

Göttinger Tanz-Trainer Markus Zimmermann hat eine Leistungssteigerung ausgemacht

Amtierender Deutscher Meister der Standardformationen: die A-Formation des Göttinger Tanzsportteams im ASC.
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Amtierender Deutscher Meister der Standardformationen: die A-Formation des Göttinger Tanzsportteams im ASC.

An diesem Sonntag ab 14 Uhr finden in Bremerhaven die deutschen Meisterschaften der Standardformationen statt. Am Start sind auch zwei Formationen des Tanzsportteams im ASC Göttingen.

Göttingen – Wir sprachen mit Cheftrainer Markus Zimmermann unter anderem über die Aussichten seiner A-Formation.

Wie sind Sie zum Tanzsport gekommen, und haben Sie selbst leistungsbezogenen Tanzsport betrieben?

Ich habe einen klassischen Weg über die Tanzschule genommen, habe mich einem Verein angeschlossen, leistungsmäßig dann erst bei den Amateuren in der höchsten Klasse und danach auch bei den Profis getanzt.

Haben Sie eine Erklärung, warum bisher die eigenen Bundesliga-Turniere in der S-Arena so viel Zuspruch gehabt haben wie kein anderes Turnier der Konkurrenz?

Ich glaube, das liegt zu einem sehr großen Teil daran, dass wir von vornherein ein gewachsenes Göttinger Team sind, weil wir immer mit Göttinger Nachwuchs gearbeitet haben. Dadurch haben wir auch die Zuschauer binden können.

Wie konnten Sie sich in der Pandemiezeit auf die deutschen Meisterschaften und die Bundesliga-Turniere vorbereiten?

Durch die Pandemie haben wir natürlich auch mit Lockdowns zu tun gehabt und dadurch vieles über Online-Training einüben müssen. Seit diesem Sommer hatten wir nun die Möglichkeit, erst mit halber, jetzt wieder mit voller Mannschaftsstärke zu trainieren. Wir konnten zur Normalität zurückkehren, dennoch fehlt uns ein ganzes Jahr. So war also die Vorbereitungszeit auf die deutsche Meisterschaft relativ kurz. Diese Zeit haben wir aber umso intensiver genutzt.

Das Tanzsportteam ist amtierender deutscher Meister 2019 und Sieger nach den fünf Bundesligaturnieren 2019/20. Welche Chancen sehen Sie, beide Titel zu verteidigen?

Zunächst fokussieren wir uns erst einmal auf die deutsche Meisterschaft, und da sind wir sehr gewillt, eine Titelverteidigung anzustreben. Ich glaube auch, dass sie gelingen kann. Ob es sich in der Turniersituation so darstellt, dass wissen wir nicht. Wir sind leistungsstärker als im Jahr des Titels, weil wir auch qualitativ zulegen konnten. Ich gehe davon aus, dass eine Leistungssteigerung somit auch erkennbar ist.

Welches sind die härtesten Konkurrenten in Bremerhaven bei den deutschen Meisterschaften?

Wir wissen überhaupt nicht, was die Konkurrenz macht, bei der es unterschiedliche Vorbereitungszeiten gab. Einige konnten schon viel länger trainieren. In diesem Jahr gibt es so viele Unwägbarkeiten. Schwierig zu beurteilen, ich müsste dann in die Glaskugel schauen können, aber ich denke, dass Braunschweig und Ludwigsburg als übliche Verdächtige, aber auch Nürnberg, das ich seit Jahren sehr stark einschätze, mitmischen können.

Welche Chancen hat Ihre B-Formation? Schafft sie den Erhalt in der Bundesliga?

Dass dieses Team wieder in der Bundesliga ist, ist schon ein Erfolg. Es wird sicherlich gegen den Abstieg kämpfen, soll aber in dieser Liga lernen. Die Ausrichtung kann sicherlich nicht sein, oben anzugreifen.

Am 4. Dezember soll in Braunschweig die WM stattfinden. Da haben Sie einen dritten Platz zu verteidigen...

Wir sind ja bereits für diese Weltmeisterschaft im eigenen Land qualifiziert. Ich gehöre zu denen, die erst einmal nur an das nächste Turnier denken. Erst die Deutsche Meisterschaft, und danach entwickeln wir einen intensiven Plan, wie wir uns noch weiter verbessern können im Hinblick auf die WM, wenn sie denn, was wir hoffen, stattfindet.  gsd

Zur Person

Markus Zimmermann ist 1970 in München geboren, er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach seinem Abitur begann er ein Studium, das er aber zugunsten einer vierjährigen Ausbildung zum ADTV-Tanzlehrer in Bremen abbrach. Seit 1976 wohnt Zimmermann in Göttingen und übernahm 2001 als Inhaber die Tanzschule Krebs.

Von Walter Gleitze

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