Football

Großer Umbruch bei den Göttingen Generals

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Mit dem Ball unterm Arm voran: Göttingens Steven Woitscheck (Mitte, gelber Helm) stürmt in einem Heimspiel gegen Emden in Richtung Touchdown-Zone. Eine Szene, die es vorerst nicht mehr geben wird. 

„Tote Hose“, sagt Lukas Helfrich. Was er damit meint, ist der sportliche Zustand der Göttingen Generals. Der in der BG 74 Göttingen beheimatete Football-Klub ist derzeit ebenso zum Zuschauen verurteilt wie alle anderen Sportler/innen und Mannschaftssportarten. Das sei schon frustrierend, sagt Helfrich. Möglicherweise wird es die anstehende Football-Saison nicht geben, deshalb gelte vorerst die Devise: „Abwarten“.

Gleichwohl ist bei den Generals in den vergangenen Wochen und Monaten einiges passiert. An erster Stelle betrifft dies auch Lukas Helfrich. Er ist nicht mehr Präsident (und Spieler) der Generals – seinen Posten nimmt jetzt Christian Rathmann ein, der als „Linebacker“ beim Göttinger Football-Oberligisten agiert.

Der aus Fulda stammende Helfrich, der als angehender Jurist an seiner Doktorarbeit schreibt (Thema: „Einzelfall-gerechtigkeit im öffentlichen Recht“), zieht nach Marburg um, wo Freundin Philine lebt und studiert. So oft es möglich ist, will er aber noch für „seine“ Generals da sein. Die zweieinhalb Jahre als Präsident und Nachfolger von Philip Arnols seien „toll“ gewesen, aber jetzt haben (zukünftiger) Beruf und Privatleben Vorrang.

Helfrich, der sich im März einer Schulteroperation unterziehen wollte, die aber wegen der Coronakrise verschoben wurde, ist nicht der einzige, der den Generals Adieu sagt. Mit Steven Woitschek verliert das Team von Coach Matthias Schmücker einen der erfolgreichsten Punktesammler. Nach vier Jahren will er eine sportliche Pause einlegen. Er ist bei der SVG Göttingen ein erfolgreicher Darts-Spieler.

Abgänger Nummer drei ist wohl Tim Marlow. Er hat(te) einen Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums in Breslau geplant – was daraus wird, muss man sehen.

Und auch im Trainerstab gibt es noch eine Änderung. Moris Brinkwerth, der Bruder vom ehemaligen Groner Fußballtrainer Jozo („Jelle“) Brinkwerth hört als Co-Trainer auf. Neuer „Defense Coordinator“ (Abwehr-Chef) wird Philipp Großklaus an der Seite von Schmücker, der seit 31 Jahren bei den Generals ist – ein echtes „Urgestein“ also.

Wie es nun sportlich weitergeht? Momentan offen, sagt Helfrich, der zurzeit wegen seiner Schulterprobleme sowieso nicht hätte spielen können: „Die Termine standen fest, die Gegner mit den Hildesheim Invaders II, Hannover Grizzlys, Oldenburgs Outlaws, Osnabrück Tigers und Emden Tigers ebenso“.“

45 Spieler standen bereit, ein im März geplantes Trainingslager in einer Jugendherberge im Osten wurde abgesagt. Wo genau, wollte der scheidende Präsident nicht verraten. Man wolle keine Fußballmannschaften auf den Platz aufmerksam machen.

So bleibt derzeit völlig ungewiss, wann und ob es in der Oberliga-Saison 2020 wieder Touchdowns vor bis zu 500 begeisterten Fans im Maschpark zu bejubeln gibt. gsd/nh Fotos: privat-nh

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