HNA-Umfrage: Neue Handball-Regeln werden in der regionalen Szene sehr unterschiedlich gesehen

Großer Widerstreit der Meinungen

„So viele Änderungen verwässern auf Dauer das Handball-Spiel“: Rosdorfs Trainer Gernot Weiss (schwarzes T-Shirt) bei einer Auszeit mit seinem Oberliga-Team. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Im Handball gibt es zur kommenden Saison neue Regeln, über die HNA in der Mittwoch-Ausgabe berichtete. Wir hörten uns in der regionalen Handball-Szene nach den Meinungen der Beteiligten um. So viel vorweg: Sie sind sehr unterschiedlich.

Gernot Weiss (Coach von Männer-Oberligist HG Rosdorf-Grone): „Ich habe das Gefühl, dass man jedes Jahr etwas suchen muss, dass man jedes Jahr etwas verändert. Dahinter steckt geradezu ein Zwang. Was ist denn, wenn ein Spieler nicht schauspielert, sondern wirklich verletzt ist? Was ist, wenn ein Spieler nicht verletzt ist, aber erst nach drei Angriffen wieder eingewechselt werden darf? Wer entscheidet denn, was dann Schauspielerei und was nicht ist? Das macht keinen Sinn. Und ein siebter Feldspieler ohne Leibchen. Kann dann jeder Spieler ins Tor gehen? So viele Änderungen verwässern auf Dauer das Handball-Spiel. Es macht auch keinen Sinn, diese neuen Regeln schon bei Olympia umsetzen zu müssen.“

Uwe Viebrans (Trainer von Frauen-Oberligist HSG Göttingen): „Die meisten neuen Regeln sind von Vorteil. Sehr gut ist die Zeitspiel-Regel, dass nach sechs Pässen abgeschlossen werden muss. Das war bisher immer eine große Ermessenssache der Schiedsrichter. Dass es jetzt in den letzten 30 Sekunden bei einem Vergehen Rot gibt, ist völlig in Ordnung. An die blaue Karte muss man sich natürlich erst gewöhnen, aber auch da weiß jetzt jeder Bescheid., dass es eine Sperre geben wird.“

Thomas Brandes (wieder zum TV Jahn Duderstadt zurückgekehrter Trainer): „Ich sehe die neuen Regeln gelassen und entspannt. Die Einführung der blauen Karte ist in Ordnung, da muss man nicht hinterher rennen, ob es einen Zusatzbericht gibt oder nicht. Auch die Regel mit dem siebten Feldspieler sehe ich positiv. Aber man muss mit dem Team drüber sprechen, es darauf einstellen. Es macht keinen Sinn, jetzt Alarm zu machen. Es werden jetzt an Schräubchen gedreht, um das Spiel noch interessanter zu machen.“

Christian Wedemeyer-Kuhlenkamp (Torwart von Oberliga-Aufsteiger HSG Plesse-Hardenberg): „Dass ein Feldspieler jetzt ohne Laibchen als siebter Mann auflaufen darf, sorgt wohl sicher für die meisten Veränderungen. Für mich als Torwart könnte es ein Problem werden – ich bin ja nicht der Schnellste. Die blaue Karte ist Kokolores, man hätte sie weglassen können. Die Regel mi den nur noch sechs Pässen beim angezeigten Zeitspiel ist kontraproduktiv. Sie wird für Diskussionen sorgen.“ (haz/gsd-nh, wg/gsd) 3 Fotos: nh

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