Fußball

Güntzler: Gemischte Gefühle bei Geisterspielen

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Fritz Güntzler und sein Sohn Alexander im Schiedsrichter-Dress.

Fritz Güntzler ist ein Freund des Fußballs: passionierter Schiedsrichter, Kapitän des FC Bundestag, Gründer des Bayern Fanklubs im Bundestag, wo der Nikolausberger Güntzler seit 2013 als CDU-Abgeordneter sitzt. Als Fußball-Fan und als Sprecher für Fußball im dortigen Sportausschuss blickt er gespannt auf die heutigen Sitzungen – und die zu verkündenden Lockerungen der Corona-Regeln.

„Ich gehe von einer Fortsetzung der 1. und 2. Bundesliga mit Geisterspielen zum 23. Mai aus“, erwartet und hofft Fußball-Fan Güntzler.

Zwar werden heute im Ausschuss DFB und DFL noch einmal das stetig angepasste Konzept zum Bundesliga-Re-Start vorstellen, aber eine Zustimmung seitens der Bundesregierung ist laut Güntzler wahrscheinlich: „Es gab kaum noch Kritik“, sagt er und erwartet auch keine mehr seitens des Arbeits- und Gesundheitsministeriums. Die Sportminister der Länder hätten ohnehin ihr Okay gegeben. „Für mich war die entscheidende Frage der zusätzlichen Testkapazitäten für den Fußball. Das ist kein Problem, auch die DFL sagt, man nehme anderen keine Tests weg.“ Auch die Klubs hätten sich längst darauf eingestellt. Güntzler betont, dass für die Fußballklubs dieselben Vorschriften und Bedingungen auch in Bezug auf Quarantäne gelten wie für alle in Deutschland.

Gegenüber tritt der Bundestagsabgeordnete Vorwürfen, dass es für den Fußball in Form der Geisterspiele keine Sonderregelung gegenüber anderen Sportarten geben dürfe: „Das ist nicht vergleichbar. Im Handball zum Beispiel gibt es für die Klubs so wenig TV-Geld, dass die Geisterspiele in leerer, angemieteter Halle ein Minusgeschäft wären. Die Fußballklubs aber erhalten Geisterspiele am Leben.“

Gleichwohl hegt der Fußball-Freund gemischte Gefühle: „Ich kann die Geisterspiele im Fußball aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehen. Als Fan bin ich gespalten und frage mich: Ist das wirklich der Sport, den wir sehen wollen, wenn Dortmund gegen Bayern vor leeren Rängen spielt – und früher der Nikolausberger SC mehr Besucher bei einem Heimspiel der Ersten hatte. Das ist schon gewöhnungsbedürftig.“

Amateure

Fritz Güntzler hat durchaus auch Verständnis für die Ungeduld der Amateur-Klubs und -Fußballer, die gern wieder trainieren und spielen würden. An eine Aufnahme des Spielbetriebes glaubt er indes nicht: Es sei kein Berufstum, und die Hygienevorschriften seien nicht so umsetzbar wie nötig „Es wäre schön, wenn man irgendwie wieder in einen gelockerten Trainingsbetrieb übergehen könnte“, sagt Güntzler, der von den Fußballverbänden diesbezüglich eine Unterstützung der Trainer mit Materialien – auch online – einfordert. Das Training fehlt auch Fritz Güntzler: Sein FC Bundestag verharrt in der Warteschleife, selbst die Europameisterschaft in Lahti an Himmelfahrt fällt aus. tko

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