Handball: Neuer elektronischer Spielbericht wird als „Erleichterung“ eingeordnet

Jetzt Laptop statt „Papierkrieg“

Statt Spielberichts-Block jetzt Informations-Übermittlung per Laptop: Rosdorfs Lothar Exler am Notebook beim Spiel von Lokalkonkurrent HSG Göttingen gegen TuS Jahn Hollenstedt. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Seit dem Saisonbeginn hat das IT-Zeitalter jetzt auch den Handball erfasst. Statt handschriftlicher Spielprotokolle werden die Spiele jetzt per Laptop erfasst. Die neue Technik hat jetzt auch in einer weiteren der klassischen deutschen Kernsportarten Einzug gehalten.

„Die anfänglichen Bedenken haben sich zerstreut“, sagt Lothar Exler von Oberligist HG Rosdorf-Grone. Er hat zusammen mit Annegret Strauß, mit der er in der Bundesliga oft das Kampfgericht bei Spielen der MT Melsungen und der TSV Hannover-Burgdorf bildet, die Laptop-Schulungen in Südniedersachsen vorgenommen. Die elektronische Spielberichts-Erfassung auf „nu-score“ sei eine „Erleichterung“, sagt Exler weiter. „Sie ist übersichtlicher, vom Handling her angenehmer. Korrekturen lassen sich leichter machen als auf dem Papier. Das neue System ist gewöhnungsbedürftig, bei den Spielen muss man sehr konzentriert sein.“ Er bestreitet aber nicht, dass es „Tücken und Lücken“ gegeben habe.

Das neue Programm wurde von mehreren Landesverbänden eingeführt, erklärt Jürgen Weißke, Vorsitzender der HG Rosdorf-Grone. Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des elektronischen Spielformulars war der Braunschweiger Administrator Dieter Hummes. Auch Weißke hält es für „sehr hilfreich“, aber „ganz ausgereift ist es noch nicht.“ Probleme gibt es oft noch, den fertigen Spielbericht wegzuschicken. Die wenigsten Spielhallen auf Oberliga-Ebene oder darunter sind mit W-LAN ausgerüstet. So müsse der Bericht, sagt Exler, oft per Mobiltelefon-Hotspot oder per Stick versendet werden. Ist der Bericht vom Staffelleiter genehmigt, wird er auf der betreffenden HVN-Spielklassen-Seite blau unterlegt und ist dann online - und abrufbar.

Handball-Region lehnte ab

Der Deutsche Handball-Bund hat das neue System erst für 2018/19 vorgeschrieben. Niedersachsen hat es jetzt schon eingeführt. Nicht allerdings zum Beispiel die Handballregion Südniedersachsen. Exler: „Es ist eben auch mit Kosten verbunden. Bei der HG haben wir zwei Laptops für je 179 Euro gekauft. Wichtig war das Betriebssystem Windows 10 und als Web-Browser Mozilla Firefox.“ Und was ist, wenn es zwischen Zeitnehmer (bedient die Hallenuhr) und Sekretär (bedient das Laptop) am Kampfgericht einen zeitlichen Unterschied gibt? „Die Hallenuhr ist maßgeblich, weil sie alle sehen können“, sagt Exler. Der Spielbericht soll im Übrigen spätestens eine Stunde nach Spielschluss online sein. (haz/gsd)

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