Cricket: Heidelberg trotz vorzeitigen Abbruchs wegen Regens deutscher Uni-Meister

Ball getroffen: Konzentration und Disziplin sind ganz wichtige Eigenschaften beim Cricket, die hier den Akteuren ins Gesicht geschrieben stehen. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Der Regen machte der ersten deutschen Universitätsmeisterschaft im Cricket einen dicken Strich durch die Rechnung. So fielen die Halbfinal- wie auch die Finalspiele im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Dennoch gab es am Ende einen Sieger, da nach dem Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt worden war, bevor der Regen einsetzte. So durfte sich die SRH Hochschule Heidelberg als erstes Team mit dem Titel „deutscher Uni-Meister im Cricket“ schmücken.
Souverän hatten die Heidelberger alle Spiele zuvor gewonnen. Zweiter wurde die Uni Saarland aus Saarbrücken vor der Hochschule Bremerhaven. Knapp am vierten Rang unter acht angetretenen Hochschulen schrammte der Ausrichter, die Universität Göttingen, nach einer denkbar knappen Niederlage gegen die Uni Paderborn vorbei.

Alle Teams lobten die exzellente Organisation dieser deutschen Meisterschaften auf dem Gelände des Instituts für Sportwissenschaften (IfS). Voll des Lobes war auch der Geschäftsführer des deutschen Cricket-Bundes, der gebürtige Engländer Brian Mantle: „Überaus professionell, besser hätte es nicht laufen können“. Erfreut über den Ablauf der Veranstaltung waren vor allem auch die beiden Organisatoren vor Ort, Michael Daub, Vorsitzender des Cricket-Teams der Uni Göttingen, und Turnierleiter Dhushan Ekanayake, den Daub liebevoll als „seit 30 Jahren die Seele des Göttinger Cricket-Sports“ bezeichnet. Daubs zwei Söhne und auch sein Tochter haben sich dem Cricketsport verschrieben, spielen gar in ihren jeweiligen Nationalteams.

In Deutschland gibt es derzeit 3500 Spieler in dieser hier eher noch exotischen Sportart, darunter 800 Jugendliche. „Diese Sportart ist 600 Jahre alt, und seit 250 Jahre gibt es Gesetze“, erzählt Mantle und weist damit gleichzeitig darauf hin, dass man beim Cricket nicht von Regeln sondern Gesetzen spricht. Und noch eines: „Cricket hat nichts mit Baseball zu tun.“ Mantle ist sich sicher, dass „Cricket in einigen Jahren Fußball als die Sportart Nummer 1 auf der Welt abgelöst hat“.

Spielzeit bis fünf Tage

Cricket spielt in Deutschland noch nicht die Rolle wie zum Beispiel im Mutterland England oder Australien, Indien oder Pakistan. Deutschland nimmt unter 105 registierten Cricket-Nationen den 37. Platz in der Weltrangliste ein. Am IfS wurde sozusagen die „Miniaturausgabe“ des Cricket gespielt. Das Feld war kleiner und die Spielzeit betrug 50 Minuten. „Vor kurzem hat England gegen Australien gespielt. Das ist so wie im Fußball Deutschland gegen England. Erst nach vier Tagen stand mit England der Sieger fest“, erzählt Mantle. Bis zu fünf Tagen kann die Spielzeit eines Matches betragen. Da werden dann an einem Tag sieben Stunden gespielt. 

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