Radsport

Nach dem Triple träumt der Göttinger Tobias Buck-Gramcko von Tokio

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Hausstrecke am Sandweg: Der dreifache Weltmeister Tobias Buck-Gramcko dreht bei der SVG Göttingen auf dem 4500-Euro-Rad seine Runden im Oval. 

„Ich habe ein Trainingscamp des Tuspo Weende auf der Radrennbahn am Sandweg mitgemacht." Damals war der jetzt 18-Jährige dreifache Weltmeister 13 Jahre jung.

Und weiter erzählt Tobias Buck-Gramcko: "Ich wollte hier für den Triathlon trainieren, habe dann aber gemerkt, dass mir das spezielle Radsportcamp so gut gefallen hat, dass ich dann beim Radrennen geblieben bin." Am vergangenen Wochenende kehrte er mit drei Goldmedaillen von der U 19 Bahnrad-Weltmeisterschaft aus Frankfurt/Oder zurück.

Der gebürtige Göttinger ist dann mit 14 Jahren mit Lizenz gefahren. Er ließ die Leichtathletik langsam ausfallen und konzentrierte sich ausschließlich auf den Radsport. Seine Räder, auf denen er trainiert – Kostenpunkt des Zeitfahrrades 4500 Euro, des Straßenrades knapp 2000 Euro – muss er sich selbst kaufen und auch putzen, wenn es nötig ist. 

Fahrrad für 50 000 Euro

Das Fahrrad, mit denen er bei der WM die Viererverfolgung in Weltrekordzeit, die 3000 m-Verfolgung und die 1000 m-Verfolgung gewann, wurde ihm vom Bundeskader aus der FES-Schmiede in Erfurt gestellt – Kostenpunkt 50 000(!) Euro.

Für offizielle Rennen, bei denen Buck-Gramcko starten möchte, benötigte er eine Lizenz, die über seinen Verein Tuspo Weende gelaufen ist, Sein nächster Schritt wird sein, sich dem Berliner „Team Heizomat rad-net“ anzuschließen. Das passt, denn er wird nach kürzlich bestandenen Abitur nach Berlin übersiedeln, um dort BWL zu studieren, neben der derzeit ganzen Konzentration auf den Radsport aber erst einmal in die Sportfördergruppe der Bundeswehr gehen.

Seine ersten Erfolge waren der niedersächsische Landestitel in der U 15 auf der Bahn und der Straße. In der Folgezeit gewann er einige Straßen-Zeitfahren bei den U 17. Als U 19-Fahrer konzentrierte er sich auf die Bahn, auf der er im vergangenen Jahr Fünfter bei der WM in der 3000 m-Verfolgung wurde, in diesem Jahr Vize-Europameister U 19 ebenfalls über 3000 m, Dritter in der Vierer-Verfolgung.

Der überraschendste Titel bei der diesjährigen WM war die Einerverfolgung über 1000 m. „Ich hatte auf die 3000 m hingearbeitet. Mit der Vierer-Mannschaft waren die Chancen eigentlich am besten. Die 1000 m-Verfolgung  waren dann nur noch Bonus obendrauf“, sagt Buck-Gramcko selbstbewusst.

Weltrekord über die 4000 m-Verfolgung

20 bis 25 Stunden fährt er im 30 km/h-Schnitt rund 600 km in der Woche. Vor Wettkämpfen können es dann auch schon mal 900 km in 27 Stunden sein. Beim Weltrekord über die 4000 m-Verfolgung raste der deutsche Vierer mit etwas mehr als 60 km/h über die Bahn in Frankfurt/Oder.

Sein Fokus wird erst einmal auf der Bahn liegen, da er hofft, sich möglicherweise für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren zu können. „25 Prozent“, so schätzt der 18-Jährige seine Chancen in der Vierer-Verfolgung ein, dass das klappt. Gleichwohl will er auch weiter Straßenrennen fahren. Es folgen jetzt kleinere Rennen und nächstes Jahr gehört er der U 23 an. 

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