Handball-Verbandsliga: Beim TV Jahn Duderstadt hat sich einiges verändert

Die Philosophien sind „wurscht“

Glücks- oder Unglückszahl? Duderstadts Charles Eliasson (13) versucht, sich gegen zwei Rhumetaler durchzusetzen. Sein Vater Anders war einst Spielertrainer in der 2. Bundesliga bei Jahn. Foto: Jelinek/gsd

Duderstadt. Nanu? Der Parkplatz vor der Sporthalle „Auf der Klappe“ brechend voll! Eine längere Warteschlange an der Kasse! Die Tribünen in der Halle fast bis auf den letzten Platz gefüllt! Und diese außergewöhnliche, zusätzliche Unterstützung von rund 60 lautstarken Flüchtlings-Fans aus Westerode!

Handball beim TV Jahn Duderstadt mal ganz anders am vergangenen Samstag bei der 26:27-Derby-Niederlage gegen Aufsteiger HSG Rhumetal. Beim Nachbarduell in der Verbandsliga gegen den Aufsteiger waren mehr Zuschauer da als zuletzt in der Oberliga.

Und auch die Flüchtlinge gingen begeistert mit: „Duderstadt, Duderstadt“, feuerten sie mit den einheimischen Fans die Jahner an. „Wir wollen ihnen ein bisschen Freude bereiten, haben sogar jemanden, der sie mit einem Bus abholt und wieder zum Rosenthaler Hof bringt“, erklärt Wolfgang Feike aus Jahns Handball-Förderverein die praktizierte Verständigung.

Team im Findungsprozess

Mit dem sportlichen Verständnis klappte es bei Jahn auf dem Feld aber noch nicht hundertprozentig. „Das Team muss noch weiter zusammenwachsen“, sagt Co-Trainer Björn Breckerbohm. „Nach dem Fast-Aus nach der letzten Saison ist fast alles neu.“

Sind für die noch vorhandenen Probleme unterschiedliche Handball-Philosophien der Protagonisten verantwortlich? Ein Insider gibt Erklärungsversuche: Nach dem Rückzug aus der Oberliga wurde Michael Kienberger der Nachfolger von Duderstadts langjährigem „Handball-Macher“ Ekki Loest. Kienberger ist Duderstädter, hat eine Firma in Dubai. Er möchte Jahn wieder nach oben bringen. Das hohe Ziel: Am liebsten soll es gleich wieder der Aufstieg sein.

Dazu wurde zunächst Ivan Stajic als (Spieler-)Trainer geholt. Er verkörpert die serbische Spielweise. Aus Schweden stieß der Sohn (Charles) der ehemaligen Eichsfeld-Ikone Anders Eliasson zum TV Jahn. Als Co-Trainer firmiert inzwischen Jahns Ex-Rechtsaußen Björn Breckerbohm, der die deutsche Handball-Attitüde einfließen lässt.

Neue, unkonventionelle Art

Und seit der vergangenen Woche ist nun Ilija Puljevic (63) als neuer Coach da, während Stajic als Spieler aufläuft. Puljevic wird nun wohl den kroatischen Stil mitbringen. Doch welche Spielweise wird Jahn nun bevorzugen?

„Eigentlich wurscht!“, sagt Breckerbohm, „Unsere Sprache ist der Handball, wir stoßen alle ins gleiche Horn. Aus der Abwehr entwickelt sich das Spiel.“ Apropos Sprache: „Weil Puljevic nur englisch und schwedisch spricht, trainieren wir jetzt englisch-sprachig, sozusagen multi-lingual“, sagt Breckerbohm.

„Und es ist eben nicht so, dass der Handball in Duderstadt tot ist. Der Weg des Abstiegs war vielleicht kein verkehrter. Es ist jetzt vielleicht nur eine eher unkonventionelle Art bei uns.“ (haz/gsd)

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