Blindenfußball: Nationalmannschaft beim Turnfest zweimal gegen Argentinien

Revanche gegen „Gauchos“

Auch beim Blindenfußball gibt es oft heikle Situationen: Ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft kommt im Test gegen Spanien ins Straucheln. Eine Szene aus dem Länderspiel im vergangenen Jahr in Göttingen. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Im vergangenen Jahr war sie schon einmal da, inzwischen hat Göttingen sogar den Status des „Lehrgangsstandortes der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft“. Da passt es im Rahmen des „Erlebnisturnfestes“ an diesem langen Wochenende gut ins Bild, dass zwei weitere Test-Länderspiele des deutschen Nationalteams in Göttingen ausgetragen werden: Am Samstag um 10 Uhr und am Sonntag um 10.30 Uhr in der Soccer-Arena im Erlebnis-Park am Jahnstadion, Gegner ist Argentinien, das bei Olympia in Rio Favorit auf die Goldmedaille ist.

Am vergangenen Wochenende gab es schon einen Vorgeschmack für das deutsche Blindenfußball-Team unter der Regie von Bundestrainer Uli Pfisterer. Beim wohl wichtigsten europäischen Turnier in Regensburg stand die deutsche Mannschaft um Kapitän Alex Fangmann im Finale gegen Vizeweltmeister Argentinien. Pfisterer ließ sein Team nicht auf Resultat, sondern offensiv spielen. Dies ging jedoch daneben: Vor allem in der zweiten Halbzeit spielten die „Gauchos“ ihre technische Überlegenheit aus und gewannen am Ende klar mit 5:0 .

In Europa auf Augenhöhe

„Wir sind in Europa auf Augenhöhe mit allen anderen Mannschaften, aber die südamerikansichen Profis sind besser“, fasste Rolf Husmann, der Göttinger Team-Manager der deutschen Mannschaft zusammen. „Für uns ist das vor allem eine hohe Motivation, es am kommenden Wochenende in Göttingen besser zu machen. Unsere Mannschaft hat sich geschworen: Diesmal bieten wir den Argentiniern Paroli. Unser Ziel ist mindestens ein Unentschieden.“

Auf dem Weg nach Berlin

Vor dem Finale gegen die Argentinier hatte das Nationalteam für eine Überraschung gesorgt: Nach Sechsmeterschießen gelang beim 3:2 der erste Sieg überhaupt gegen Spanien. In der regulären Spielzeit hatte Alex Fangmann fünf Minuten vor Schluss die spanische 1:0-Führung ausgeglichen. Im Sechsmeterschießen führten die Iberer erneut, doch Ted Altunbas und Mulle Russom sorgten für den Erfolg. Große Freude beim Pfisterer-Team!

Für die Argentinier sind die beiden Spiele in Göttingen nun der letzte Test vor den Paralympics, so Rolf Husmann. Für die deutsche Mannschaft bedeuten sie indes die ersten beiden Schritte zur Europameisterschaft in Berlim im August 2017. „Wir nennen das ,Unser Weg nach Berlin’“, sagt Husmann. Die Spiele gegen Argentinien seien ein Test, um die Leistungsgrenzen aufzuzeigen. einer fehlt allerdings im deutschen Team: Der Leipziger Robert Mathis zog sich einen Sehnenriss zu. Husmann: „Damit fehlt unser bester Zerstörer.“

Übrigens: So früh am Vormittag wird gespielt, weil es beim Blindenfußball ruhig sein muss. Die Musik der nahen Turnfest-Bühne würde da stören. (haz/gsd-nh)

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