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Rosdorf-Trainer sieht nahe Zukunft skeptisch

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Immer engagiert an der Seitenlinie dabei: Rosdorfs Trainer Sascha Heiligenstadt (Mitte) in einer Auszeit mit einigen seiner Spielerinnen.
Immer engagiert an der Seitenlinie dabei: Rosdorfs Trainer Sascha Heiligenstadt (Mitte) in einer Auszeit mit einigen seiner Spielerinnen. © Hubert Jelinek/gsd

So zwiespältig, zaudernd, ja auch skeptisch vor der handballerischen Zukunft seines Frauen-Teams hat man Trainer Sascha Heiligenstadt selten erlebt – eigentlich noch gar nicht.

Göttingen – Der Coach von Frauen-Oberligist MTV Rosdorf, sonst ein von Zuversicht und Optimismus geprägter Mensch, malt ein nachdenkliches Bild von seiner Mannschaft.

„Das wird meine größte Herausforderung“, sagt er zum Ende der Vorbereitungsphase und vorm Beginn der neuen Saison, an deren Anfang das Derby gegen die HSG Plesse schon mal auf den 6. Oktober verlegt wurde. Auch das zweite am 16. September beim MTV Braunschweig terminierte Spiel wurde verlegt. So startet der MTV erst am 24. September (18 Uhr) gegen den TV Hannover-Badenstedt II.

Heiligenstadts Skepsis gründet auf vielen Personalien innerhalb des MTV-Teams. Immer wieder haben Spielerinnen in der Saisonvorbereitung gefehlt wegen Urlaub, Corona, beruflichen und studentischen Verpflichtungen. Dazu kam der Tod von Malin Gerke, der allen beim MTV sehr nahe ging und der vor allem Lebensgefährtin Shari Kehler belastet, die wohl vorerst inaktiv ist. „Wir hatten wohl nie die volle Besetzung beim Training“, blickt Heiligenstadt, der selbst privat mittlerweile mit Amrei Gutenberg liiert ist (welche vorerst ebenfalls inaktiv ist, private Gründe), auf die vergangenen Wochen zurück. „Einige Spielerinnen haben inzwischen einen anderen Fokus“, sagt der MTV-Trainer. So kam eines zum anderen - zur Konsolidierung, zur Festigung der Mannschaft trugen die Umstände kaum bei. „Es ist eine einzige Baustelle“, wird Heiligenstadt deutlich. „Über zwei Spielzeiten sind wir jetzt schon in einem Umbruch.“

Maite Gutenberg ist inzwischen in Lübeck, Freda Seifert steht nach ihrer Babypause noch nicht wieder wie zuvor zur Verfügung, Teresa Neidhardt fiel nach ihrem Handbruch im letzten Spiel der vergangenen Saison am 1. Juni in Northeim lange Zeit verletzt aus. Neu im Rosdorfer Team sind mit Maja Meißner (Plesse) und Kim Fahrenkamp (Weende) nur zwei externe Spielerinnen. Umso mehr ist für Coach Heiligenstadt erbauend, dass mit Mia Pelesic und Yola Stehle zwei junge Nachwuchsspielerinnen „gute Eindrücke“ hinterlassen haben.

Und noch eins kommt hinzu: Heiligenstadt hatte ein interessantes Angebot vom HC Eintracht Hildesheim, wo Frank Mai nicht mehr Trainer der Oberliga-Frauen ist. „Das klang verlockend“, schaut Heiligenstadt etwas vergrämt zurück, nachdem er dann abgesagt hatte.

Jetzt gilt es für ihn, die derzeit offenbar nicht gerade einfachen Umstände beim MTV zu meistern. Am Wochenende absolviert der MTV ein Trainingslager, auch um die Defizite der Vorbereitung aufzuarbeiten. Heiligenstadt versöhnlich: „Ich hoffe jetzt auf eine Reaktion meiner Mannschaft.“  (haz/gsd-nh)

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