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Schwierige Wochen vor und hinter den Recken

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Experte beim ZDF: Recken-Geschäftsführer Sven-Sören Christophersen (re.) mit ZDF-Reporter Yorck Polus.
Experte beim ZDF: Recken-Geschäftsführer Sven-Sören Christophersen (re.) mit ZDF-Reporter Yorck Polus. ©  imago/Agentur 54

Ereignisreiche Wochen liegen hinter Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf – obwohl wegen der Europameisterschaft Pause war.

Hannover – Ein halbes Dutzend Spieler waren bei den Titelkämpfen in der Slowakei und Ungarn für ihr jeweiliges Land aktiv. Jetzt aber wird die Bundesliga fortgesetzt – nach der Absage des Donnerstag-Heimspiels gegen Hamburg soll es nun am Samstag in Flensburg wieder losgehen.

Mit einem neuen Europameister und einem Bronzemedaillen-Gewinner wollten die „Recken“ am Donnerstag gegen den HSV Hamburg in die Rest-Rückrunde starten. Jonathan Edvardsson kam zwar bei den Schweden nicht zum Einsatz, weil er aus dem Stand-by-Modus nachnominiert wurde, darf sich aber dennoch als Goldmedaillen-Gewinner mit den Skandinaviern bezeichnen. Fürs Finale war Edvardsson wieder aus dem Kader gestrichen worden, nachdem Schwedens Felix Claar von seiner Corona-Infektion genesen war.

Der zweite Recke auf dem Medaillen-Podest war Johan Hansen. Mit Dänemark gewann der Olympiasieger Bronze. Der Rechtsaußen saß im Halbfinale 60 Minuten auf der Bank, nachdem er das EM-Turnier stark begonnen hatte, dann aber wegen einer Wadenverletzung ausfiel.

An der EM beteiligt waren von den Hannoveranern sonst noch Torwart Urban Lesjak und Nejc Cehte für Slowenien, Filip Kuzmanovski für Nordmazedonien sowie Ivan Martinovic für Kroatien. Sie alle scheiterten jedoch entweder in der Gruppenphase oder in der Endrunde.

Während dieses Recken-Sextett bei der EM neben den sportlichen Herausforderungen auch damit zu kämpfen hatten, sich vor einer Corona-Infektion zu schützen, erwischte es die in Hannover verbliebenen Spieler durchaus heftig. An ein geregeltes Vorbereitungsprogramm war so gut wie gar nicht zu denken, sodass Trainer Christian Prokop & Co. immer wieder aufs Neue improvisieren mussten.

Insgesamt acht Personen (mehrere Spieler aus der ersten und zweiten Mannschaft sowie aus dem Funktionsteam) waren nach Corona-Infektionen außer Gefecht, sodass nach dem Kurz-Trainingslager in Ilsenburg auch die Testspiele gegen Zweitligist Dormagen und Erstliga-Nachbar GWD Minden abgesagt werden mussten. „Die ganze Situation war natürlich nicht ideal“, räumte Sportchef Sven-Sören Christophersen ein, der bei der EM wieder als ZDF-Experte im Einsatz war.

Was ist nun noch drin für die Recken im neuen Handball-Jahr? Mit einem erfreulichen 31:25-Auswärtssieg bei den kriselnden Rhein-Neckar Löwen hatten sich Kapitän Fabian Böhm & Co. am 27. Dezember aus dem alten Jahr verabschiedet. Es war bereits der vierte Sieg in der Fremde, womit die Hannoveraner dort erfolgreicher waren als in der ZAG-Arena, in der sie nur gegen den bergischen HC, GWD Minden und TuS Nettelstedt-Lübbecke gewannen – bei fünf Heimniederlagen.

Und das Start-Programm 2022 ist für die Recken gleich happig: Die Partie gegen Hamburg (mit Ex-Recken-Linksaußen Casper Mortensen) fällt zwar aus. Mit dem Start am 12. Februar in Flensburg wird’s aber heftig: Heimspiel gegen Kiel, Auswärtspartie in Göppingen, dann das nächste Heimspiel gegen Pokalsieger Lemgo.

Danach werden Coach Prokop und seine Spieler schon wissen, in welche Tabellenregion sich der derzeitige Zwölfte einzuordnen hat. Christophersen: „Das Spiel gegen den HSV wäre schon richtungsweisend gewesen.“  

Die Torwart-Frage: Ebner und Quenstedt

Getan hat sich derweil auch etwas auf dem Personalsektor. Ende vergangener Woche gaben die Recken die erste Entscheidung bekannt: Der slowenische Torwart Urban Lesjak wird das Team nach seiner vierten Spielzeit in Hannover verlassen, sein Vertrag wird nicht verlängert. Somit bekommt der Deutsch-Italiener Domenico Ebner mit Neuverpflichtung Dario Quenstedt (vom THW Kiel) ein neues Pendant. 

Die Fan-Frage: Frust bei Recken-Chef Korsen

Mit Unverständnis reagierte Geschäftsführer Eike Korsen – wie weitere Entscheider bei niedersächsischen Profi-Klubs – auf die vorerst weitere Begrenzung der Zuschauerzahlen durch die niedersächsische Landesregierung. Korsen: „Das Verständnis muss man verstehen. Die Argumente sind aber nicht nachvollziehbar. Außerdem wurde uns kommuniziert, dass der Beschluss der Länder (nach Gleichbehandlung bei der Fan-Zulassung, d. Red.) bindend ist.“ Die Pandemie sei doch in allen Bundesländern gleich. (haz/gsd)

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