2. Fußball-Bundesliga: Erstliga-Absteiger im Kurz-Trainingslager in Bad Lauterberg

96 schwitzt heftig im Harz

Ein bisschen Spaß muss sein: 96-Stürmer Charly Benschop (li.) trägt Artur Sobiech im Training huckepack. Foto: Kaletta/gsd

Bad Lauterberg. Donnerstagvormittag im Harz. Um kurz vor zehn Uhr rollt der dreiachsige Mannschaftsbus von Hannover 96 an der Sportanlage der SVG Barbis vor. Der Bundesliga-Absteiger bereitet sich im Bad Lauterberger Stadtteil auf die neue Saison in der 2. Liga vor. Von Mittwochabend bis Samstagmorgen absolvieren die „Roten“ ihr erstes von zwei Trainingslagern in Südniedersachsen.

Kurz nach zehn Uhr geht’s auf dem gepflegten Rasen des Kreisligisten los. Dass die Hannoveraner wieder in die Idylle im Südharz gekommen sind, hat einen Hintergrund. 2004 war 96 schon einmal in Bad Lauterberg, damals noch als Erstligist. Und wer gehörte zum Team unter der Regie des damaligen Trainers Ewald Lienen? Genau: Daniel Stendel, der neue Coach der 96er. Er hatte offenbar noch gute Erinnerungen an Bad Lauterberg.

Fünf Neue sind dabei

Eine Woche sind die „Roten“, bei denen Nachwuchsmann Fynn Arkenberg seinen ersten Profivertrag unterschrieb, bereits in der Vorbereitung. Nach der ersten Woche in Hannover gibt es jetzt die erste Abwechslung im Harz. Und Stendel nimmt sein Team durchaus heftig ran. Mit dabei sind auch die fünf Neuen Marvin Bakalorz (Paderborn), Florian Hübner (SV Sandhausen), Timo Hübers (1. FC Köln), Babacar Gueye (Troyes AC/Frankreich) und Sebastian Maier (FC St. Pauli). Neuzugang Gueye kann das volle Trainingsprogramm allerdings nicht mitmachen, er plagt sich mit Adduktoren-Problemen herum. Voll dabei sind die anderen: Marvin Bakalorz ist zum Beispiel als weiterer „Sechser“ eingeplant.

Stendel hat sein Team aufgeteilt. Die eine Gruppe spielt auf zwei große Tore mit drei Angreifern gegen zwei Abwehrspieler. Daneben in der zweiten Gruppe ist unter anderem auch Salif Sané dabei. Ob er bei 96 bleibt oder doch noch geht, steht immer noch nicht endgültig fest. „Wir wollen ihn unbedingt halten“, wiederholt 96-Pressesprecher Christian Bönig. Im „Anflug“ ist wohl auch der aus Hannover stammende Niclas Füllkrug aus Nürnberg.

Abseits des harten Trainingsgeschehens geht’s gemächlicher zu. 96-Urgestein Eddy Kowalczuk, inzwischen 71 Jahre jung und noch immer in bester Verfassung, kümmert sich um André Hoffmann und Uffe Bech. Hinter dem zum Parkplatz liegenden Tor sind Gueye, Shooting-Star Noah Sarenren-Bazee und Mike Bähre beschäftigt. Hindernislauf um Hütchen und Stangen – sieht fast so aus wie eine Abfahrtspiste im Winter. Passt ja zum Harz.

Unter Profi-Beobachtung

Natürlich steht 96 wie immer auch unter kritischer Beobachtung. Die drei hannoverschen Tageszeitungen sind samt Fotografen auf dem beschaulichen Platz in Barbis vertreten. Ihnen entgeht so gut wie nichts, sie sind bei jedem Trainingslager vor Ort. Schräg hinter dem Tor vom neuen Nummer-eins-Torwart Philipp Tschauner wird mit Pressesprecher Bönig und Christian Möckel, sportlicher Leiter bei 96, gefachsimpelt, während sich die Spieler unter Stendels Regie zum Abschluss der Vormittagseinheit noch in einem Spiel über das halbe Feld quälen. „Das sind harte Einheiten“, meinen die professionellen Beobachter.

Um 11.40 Uhr ist erstmal Schluss. Ab zurück ins Teamhotel „Vital Resort Mühl“ in Lauterberg. Um 13 Uhr ist Mittagessen, um 13.30 Uhr folgt ein kurzes Pressegespräch mit Coach Stendel. Um 16 Uhr dann die zweite Trainingseinheit bis kurz vor 18 Uhr.

Zum zweiten Trainingslager reist 96 dann vom 11. bis 17. Juli nach Norderney. Harte Vorbereitung für eine harte Saison in der 2. Liga, die am besten mit der Bundesliga-Rückkehr enden soll. Falls die Vorbereitung unter anderem im Harz Früchte getragen hat… (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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