Fußball-Oberliga

SVG Göttingen und Northeim: Meisterrunde ist schon fast futsch

Duell in der Luft: der Northeimer Maciej Wolanski im Zweikampf mit dem Göttinger Alexander Kern. Am letzten Spieltag der Hinrunde trennten sich die Teams in einem müden Kick torlos.
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Duell in der Luft: der Northeimer Maciej Wolanski im Zweikampf mit dem Göttinger Alexander Kern. Am letzten Spieltag der Hinrunde trennten sich die Teams in einem müden Kick torlos.

Wer sich ein Bild vom aktuellen Zustand der südniedersächsischen Top-Fußballteams machen wollte, der war am Sonntagnachmittag im Northeimer Gustav-Wegner-Stadion bestens aufgehoben.

Northeim/Göttingen – Die gastgebende Eintracht und die SVG aus Göttingen trennten sich in dem eigentlich doch so prestigeträchtigen Oberliga-Duell mit einem torlosen (und auch trostlosen) Unentschieden.

Dass beide Klubs die Hinrunde auf den Plätzen acht (SVG) und neun und damit tief im Tabellenkeller abschließen, ist folgerichtig. „Das hat nicht wirklich Spaß gemacht. Den meisten Zuschauern dürfte es ähnlich gegangen sein. Das war Fußball-Magerkost von beiden Seiten“, bilanzierte Göttingens Coach Dennis Erkner. Worte, die bei seinem Pendant auf Northeimer Seite Zustimmung fanden. Jan Ringling: „Wir müssen einfach mal den Punch setzen und in Führung gehen. Weil uns das aber nicht gelingt, stehen wir nun einmal so tief da unten drin.“

In der Tat. Nach der Hinrunde hat nur Tündern (4 Punkte) eine noch schlechtere Bilanz als die Eintracht (5). Die SVG folgt direkt davor als Achter (7). Das Erreichen der Meisterrunde, die die Teams auf den ersten fünf Plätzen buchen und damit vorzeitig den Klassenerhalt in der Tasche haben, ist praktisch kaum noch machbar. Wolfenbüttel hat sieben, beziehungsweise sogar neun Zähler Vorsprung. Warum das so ist, hat verschiedene Gründe.

Die Northeimer stellen den jüngsten Kader der Oberliga. Selbst der Erfahrenste, Kapitän Marc-Yannik Grunert, ist gerade mal 26. Klar, dass die Truppe, der Jüngste ist der 16-jährige Noah Sander (spielt mit einer Ausnahmegenehmigung), auch mal Lehrgeld zahlt. Gerade in den Duellen gegen Gifhorn (Pokal und Liga) sowie gegen Wolfenbüttel war bis zum Ende alles offen, doch späte Gegentreffer, verschossene Elfmeter oder das Auslassen selbst bester Torchancen führten zu Niederlagen und trafen die Eintracht tief ins Mark.

Die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor eint Northeim und die SVG. Wer nach neun Spielen erst sechs (Eintracht) und neun Treffer erzielt hat, der muss sich mit höheren Tabellenregionen nicht befassen. Da kann der Blick nur nach unten gehen, um vielleicht wenigstens dem Abstieg in die Landesliga zu entgehen.

Das war bereits vor der Saison das erklärte Ziel des FC Eintracht, die Göttinger hatten allerdings weiter nach oben geschielt.

Gleichwohl ist das bisher unbefriedigende Abschneiden der Schwarz-Weißen erst einmal einfach zu erklären, obwohl SVG-Coach Erkner Wert darauf legt, dass dieser Umstand nicht ausschließlich als Entschuldigung herhalten sollte.

Mit den Ex-Northeimern Luis Riedel und Richard Hehn fielen absolute Stammkräfte wegen Verletzungen lange aus, im Mittelfeld hatte sich dadurch ein Vakuum aufgetan. Dieses sollte eigentlich der zurückgekehrte Florian Evers, der zuvor schon einmal acht Jahre für die SVG spielte, schließen. Doch auch er ist nicht der alleinige Heilsbringer. Zu allem Göttinger Unglück verletzte sich auch noch Abwehrorganisator André Weide.

Das erklärt aber nicht, dass zum Beispiel gegen Mitkonkurrent MTV Gifhorn beim 1:1 leichtfertig Punkte aufgrund der schlechten Chancenverwertung verschenkt wurden. Oder auch beim 2:2 beim MTV Wolfenbüttel führten individuelle Fehler zu Punktverlusten, ebenso bei Arminia Hannover bei der unnötigen 1:2-Niederlage.

Gleichwohl hat die Sandweg-Elf ihre Hoffnung auf die Meisterrunde noch nicht gänzlich aufgegeben, solange diese rechnerisch noch möglich ist, sie zu erreichen. Denn allmählich kehren die Rekonvaleszenten ins Training und somit in den Kader zurück, siehe Riedel und Hehn. Und auch mit der Rückkehr von Weide ist in absehbarer Zeit zu rechnen.

Um dieses Fünkchen Hoffnung auf die Meisterrunde zumindest am Glühen zu halten, muss am kommenden Sonntag ein Sieg gegen Arminia Hannover im ersten Spiel der Rückrunde her. Denn auch die Arminen kämpfen um einen Platz in dieser Meisterrunde.

(Walter Gleitze Und Marco Washausen)

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