Blindenfußball: Deutsches Nationalteam verliert letzten Test gegen die Türkei mit 1:2

Wembleytor und Eigentor

Voll abgezogen: Alex Fangmann (rechts) trifft am Freitag zu Deutschlands 1:0-Sieg gegen die türkischen Spieler Ibrahim Üzüm und Ramazan Kunduz (verdeckt). Links Celal Coban. Foto: zje/gsd

Göttingen. Zwei Siege, eine Niederlage – das ist die Bilanz der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft nach den drei Testspielen in Göttingen und Northeim gegen Europameister Türkei. Am Sonntag verlor die Mannschaft von Bundestrainer Uli Pfisterer in einem äußerst emotionalen Spiel mit 1:2 gegen die Türken, die nach den ersten beiden Niederlagen in Göttingen (0:1 am Freitag) und Northeim (1:2 am Samstag) heiß auf den Erfolg waren.

Das Sonntagsspiel war vor allem in der Schlussphase von großen Emotionen bestimmt. Auf dem Kunstrasen lieferten sich beide Teams ein sehr heißes Gefecht, stiegen teilweise nicht nur an der Metallbande hart ein, sodass die Schiedsrichter jede Menge zu tun hatten. Genauso wie im Bundesliga-Abstiegs- und Zweitliga-Aufstiegskampf!

Hitzige zweite Halbzeit

Nachdem die Türken in der ersten Halbzeit durch Satay in Führung gegangen waren, kulminierte die hitzige Partie in den letzten zehn Minuten. Sechsmeter fürs deutsche Team nach Foul im Strafraum: Das türkische Team ist schon erbost, da trifft Edis Veljkovic (Viktoria Berlin) in den rechten Torwinkel, von wo aus der (Rassel-)Ball an den linken Pfosten des Hockey-Tores prallt. War der Ball nun wirklich drin? Die Schiedsrichter entscheiden auf Tor – 1:1: Doch es gibt noch mehr Dramatik!

Achtmeter für Deutschland: Hasan Koparan (Schalke 04) scheitert am türkischen Torwart Resat Akyön. Nächster Angriff der Türken: Deutschlands Torhüter Sebastian Themel (Chemnitz) wehrt ab – auf Taime Kuttig, von dem aus der Ball über die Torlinie trudelt. Eigentor, 2:1 für die Türkei. Dann setzt Deutschlands „Mulle“ Russom den nächsten Achtmeter an den linken Pfosten. Es bleibt beim 2:1 für den Europameister. Abpfiff.

„Ich bin happy und sehr zufrieden mit unserer kämpferischen Leistung. Man merkt, dass wir fitter geworden sind“, bilanziert Bundestrainer Pfisterer. „Wir haben nicht mehr die guten Einzelspieler, wir kommen mehr über das Kollektiv. Mit Pektas und Tönsing fehlten uns zwei wichtige Spieler.“ Pfisterer schonte am Sonntag Alex Fangmann, der am Freitag noch umjubelter Torschütze zum 1:0-Sieg gewesen war. „Der Treffer ist nur gefallen, weil wir jetzt nicht mehr auf Handball-, sondern auf Hockey-Tore spielen“, kommentierte Pfisterer das goldene Tor der deutschen Mannschaft.

Am Samstag hatte das deutsche Team in Northeim vor rund 300 Zuschauern mit 2.1 gewonnen. Dabei trafen Fangmann und und nach dem Ausgleich der Türken noch Taime Kuttig. Zumindest in der ersten Halbzeit gut besucht war auch die Sonntagspartie im Göttinger Jahnstadion. Viele Teilnehmer des Frühjahrs-Volkslaufs schauten sich die Partie an und zeigten Respekt vor beiden Teams. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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