Das sagen Spieler und Funktionäre aus Südniedersachsen

Umfrage: Wenig bis null Interesse am Confed-Cup

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Heute gegen Australien: Joshua Kimmich (Mitte), hier nach dem 7:0 gegen San Marino, ist einer der wenigen Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft beim Confed-Cup. 

Göttingen. Am heutigen Montag beginnt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Confederations Cup in Russland mit dem Spiel gegen Asien-Meister Australien. Wie sehen Fußballer und Funktionäre aus Südniedersachsen dieses nicht unumstrittene Vorbereitungsturnier zur WM im kommenden Jahr? Eine Umfrage.

Marc Zimmermann (Trainer von Landesligist SCW Göttingen): „Zwei Aspekte: Ich finde ihn Unsinn, weil angedacht ist, mit der besten  Mannschaft dort zu spielen. Ich finde es aber sehr clever, dass Jogi Löw ein Perspektiv-Team spielen lässt mit Blick auf die WM 2018. Ich werde mir also die Spiele anschauen. Man muss dabei auch sehen, dass man die gestandenen Nationalspieler nicht überstrapaziert.“

Jozo Brinkwerth (Trainer von Landesligist FC Grone): „Für Trainer und Spieler ist dieser Cup unter Wettkampfbedingungen sicherlich sinnvoll. Für Fans und Zuschauer ist er aber eher magere Kost. Ich werde meinen Terminkalender nun nicht nach den Spielen der deutschen Mannschaft ausrichten. Die parallel laufende EM der U 21 hat für mich zudem eine höhere Wertigkeit, weil wir da die Talente von Morgen schon einmal in Augenschein nehmen können.“

Ingo Müller (Trainer von Landesligist TSV Landolfshausen): „So wie es Löw gemacht hat, nämlich Spielern aus der zweiten Reihe zu bringen, finde ich gar nicht verkehrt. Ganz ehrlich, ich habe mich mit diesem Cup noch überhaupt nicht großartig beschäftigt und weiß auch nicht, ob ich mir Spiele anschauen werde.“

Jan Steiger (sportlicher Leiter von Bezirksligist Göttingen 05): „Für Russland ist es eine Generalprobe für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr. Aus deutscher Sicht ist es eine Chance für junge Spieler, sich zeigen zu können und Erfahrungen zu sammeln. Sportlich ist der Wert aber überschaubar. Die Stammspieler nicht einzusetzen, ist insofern richtig, als sie nach einer langen Saison regenerieren können. Trotz einer 1 B-Besetzung traue ich der deutschen Mannschaft zu, dass sie relativ weit kommt.“

Daniel Vollbrecht (Team-Manager von Bezirksligist Bovender SV): „Ich wollte eigentlich mit dem Fußball die nächsten zwei Wochen nichts zu tun haben nach einer solch langen Saison für den Bovender SV. Als Vorbereitung für die WM 2018 ist der Confed-Cup eine gute Sache, man muss ihn sich aber nicht anschauen.“

Thorsten Tunkel (Team-Manager von Oberligist SVG Göttingen): „Es ist gut, einige junge Spieler auf diesem Niveau zu testen und sich zeigen zu können. Unter dem Strich ist der Cup aber nur da, um Geld zu machen. Und dieses korrupte Land soll wohl vorab zeigen, was es draufhat. Das hat schon einen faden Beigeschmack. Man muss den Cup sich ja auch nicht anschauen. Ob man ihn braucht, wage ich zu bezweifeln.“

Jan-Philipp Brömsen (bisher Trainer der A-Junioren von Göttingen 05): „Ich finde den Confed-Cup ganz sinnvoll. Da kann man mit jungen Spielern auf vernünftigem Niveau spielen, das ist vom Grundsatz her nicht schlecht unter Wettkampfbedingungen. Andererseits sollten die Spieler nach der Bundesliga auch mal Pause haben.“ (gsd)

Von Walter Gleitze und Helmut Anschütz

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